Γραικύλος schrieb am 22.12.2021 um 13:19 Uhr (Zitieren)
Über die relative Gleichheit selbst der Aristokraten in den griechischen Poleis schreibt Christian Meier:
(Christian Meier: Athen. Ein Neubeginn der Weltgeschichte. Berlin 1993, S. 164)
Re: Nackt und gleich
Bukolos schrieb am 26.12.2021 um 19:40 Uhr (Zitieren)
Welche anderen?
Re: Nackt und gleich
Γραικύλος schrieb am 26.12.2021 um 22:16 Uhr (Zitieren)
Wie die Nicht-Aristokraten.
Re: Nackt und gleich
Bukolos schrieb am 27.12.2021 um 09:46 Uhr (Zitieren)
War das so? Breitensport im antiken Griechenland? Ich hatte bislang in der Vorstellung gelebt, dass sich eine athletische Ausbildung nur die Eliten hätten leisten können und der Körper des Athleten eher ein Zeichen der Distinktion als eines der Gleichheit gewesen wäre. Mir kam καλοκἀγαθία immer wie ein netter Ausdruck für bodyshaming vor.
Re: Nackt und gleich
Γραικύλος schrieb am 27.12.2021 um 10:42 Uhr (Zitieren)
Das sieht Christian Meier wohl anders, mindestens bis zu dem hinunter, was er mittleres Bürgertum nennt. Nicht daß er dieses mit dem Sport in Verbindung brächte, aber er sieht es als Träger des Isonomie-Gedankens.
Kennst Du das Buch? Meier ist ja sehr renommiert, aber es gibt weder Anmerkungen noch ein Literaturverzeichnis.
In unserer Zeit der Gyms leuchtet mir wohl ein, daß ein athletischer Körper als Distinktionsmerkmal eingesetzt wird, aber ich wäre nicht darauf gekommen, daß die Oberschicht dabei einen Vorteil besitzt.
Ich kann mich nicht erinnern, etwas über Zugangsbeschränkungen zu Gymnasien gelesen zu haben, abgesehen von den üblichen Verdächtigen (weiblich, unfrei).
Re: Nackt und gleich
filix schrieb am 27.12.2021 um 17:42 Uhr (Zitieren)
Die gleicheren Aristokraten haben sich allerdings nicht nackt im Staub gewälzt, sondern als Gespanninhaber Distinktionsgewinne von ihren gleichfalls bekleideten Wagenlenkern einfahren lassen. Diese zwei Reiche des Sports gibt es ja bis heute.
Re: Nackt und gleich
Bukolos schrieb am 27.12.2021 um 23:21 Uhr (Zitieren)
Im Hause Thukydides indessen hatte das Sich-im-Staub-Wälzen wohl Tradition.
Nur aus den Ramschkisten der Antiquariate (was nicht gegen das Buch spricht). Meiers Die Entstehung des Politischen bei den Griechen habe ich.
Donald G. Kyle, der die soziale Struktur der athenischen Sportlergemeinde auf prosopographischer Grundlage zu ermitteln sucht, kommt für das 5. Jh. zu folgendem Schluss:
Die Forschung ist offenbar ziemlich gespalten in der Auffassung über die demokratische Dimension des Sports bei den alten Griechen, wie der Blick in den Companion to sport and spectacle in Greek and Roman antiquity ed. Christesen / Kyle, Chichester 2014 zeigt. Zu vertiefter Lektüre fehlt mir im Moment die Zeit.