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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Condicio humana #1 (418 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 21.12.2021 um 17:13 Uhr (Zitieren)
Solon:
Mnemosynes und Zeus‘, des Olympiers strahlende Kinder,
Die ihr Pieris bewohnt, höret, o Musen, mein Flehn!
Möchten die seligen Götter mich segnen und möchten die Menschen
Alle nur Gutes von mir denken und sagen allzeit!
Süß auch sei den Freunden mein Leben, und bitter den Feinden –
Ehrwürdig jenen und lieb, diesen zu schauen ein Schreck.
[εἶναι δὲ γλυκὺν ὧδε φίλοισ‘, ἐχθροῖσι δὲ πικρόν,
τοῖσι μὲν αἰδοῖον, τοῖσι δὲ δεινὸν ἰδεῖν.]
Ja, ich möchte wohl Reichtum haben, doch will ich nicht unrecht
Jemals besitzen ein Gut, wirkt doch notwendig der Fluch.
Reichtum, den Götter verleihen, der bleibt bei dem Manne und wankt nicht,
So wie auf felshartem Grund aufsteigt ein ragender Bau;
Den aber menschliche Gier umbuhlt, der folgt ihr nicht willig,
Auch nicht entsteht er der waltenden Ordnung gemäß,
Sondern im Zwange des Frevels, und es raubt im Nu ihn die Rache,
Kleiner Ursach entspringt oft sie gleich wie ein Brand:
Winzig mag sie am Anfang erscheinen, doch endet sie schrecklich;
Wohlstand aus Frevel geborn, nie ist er Sterblichen treu.
[οὐ γὰρ δὴ<ν> θνητοῖσ‘ ὕβριος ἔργα πέλει.]
Zeus aber wacht überm Ausgang alles Geschehens und richtet.
[ἀλλὰ Ζεὺς πάντων ἐφορᾶι τέλος, ἐξαπίνης δέ.]
So wie im Frühling ein Sturm plötzlich die Wolken zerstreut,
Wenn er, vom Grund her endlos wogende Meerflut erschütternd,
Dann auf dem trächtigen Feld furchtbar die Saaten verheert
Und zu des Himmels Höhn, der Wohnung Unsterblicher, heimzieht,
Weithin ergießend ins Land silbern schimmernden Glanz:
Über den fruchtbaren Äckern lacht wieder die frühere Sonne
Freundlich herab und nichts ist mehr von Wolken zu sehen –
So vollendet Zeus die Vergeltung! Ganz anders als Menschen,
Die ein Geringes erzürnt: nie straft im Jähzorn der Gott.
Lange bleibt ihm auch keiner verborgen, wenn er im Herzen
Heimliche Freveltat sinnt, immer entlarvt ihn die Zeit.
Jener empfängt seine Strafe sofort, ein anderer später;
Bist du auch selber entwischt, schläft doch nicht Gottes Gericht:
Einmal kommt’s und es büßt, auch schuldlos, Kind oder Enkel
Künftig die Freveltat schwer, welche die Väter verübt.
[ἤλυθε πάντως αὖτις. ἀναίτιοι ἔργα τίνουσιν
ἢ παῖδες τούτων ἢ γέ<ν>ο<ς ἐξ>οπίσω.]

(Griechische Lyrik. Hrsg. v. Gerhard Wirth. Reinbek 1963, S. 87 f./94-96)
 
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