Herodot VII 131-133:
Auf seinem Zug nach Griechenland 480
v.u.Z. schickte der Großkönig Xerxes Gesandte zu den Griechenstädten mit der Aufforderung, sich ihm zu unterwerfen.
131. [...] Nun kehrten auch die Herolde zurück, die mit der Forderung um Erde nach Griechenland abgesandt worden waren, teils mit leeren Händen, teils mit Erde und Wasser.
132. Zu denen, die dies zugestanden, gehörten folgende Griechenstämme: die Thessaler, Doloper, Enienen, Perrhaiber, Lokrer, Magneten, Malier, die Achaier in Phthia, die Thebaner und die übrigen Boioter außer den Thespiern und Plataiern. Gegen diese Stämme und Städte schlossen die übrigen Griechen, die den Krieg gegen die Barbaren aufnahmen, unter Eidschwur einen Bund. Darin wurde festgelegt: Alle Griechen, die sich ohne Not und selbst in einer günstigen Lage den Persern ergäben, sollten dem Gott in Delphi den Zehnten entrichten [τούτους δεκατεῦσαι τῷ ἐν Δελφοῖσι θεῷ]. Das war der Vertrag der Griechen.
133. Nach Athen und Sparta hatte Xerxes gar keine Boten mit der Forderung um Erde gesandt; er tat es aus folgendem Grund nicht: Als Dareios früher [490 v.u.Z.] zu diesem Zwecke zu ihnen geschickt hatte, hatten die einen von ihnen die fordernden Boten in eine Schlucht gestürzt, die andern sie in einen Brunnen geworfen und aufgefordert, daraus dem König Erde und Wasser zu bringen [οἱ δ‘ ἐς φρέαρ ἐμβαλόντες ἐκέλευον γῆν τε καὶ ὕδωρ ἐκ τούτων φέρειν παρὰ βασιλέα]. Deshalb schickte Xerxes jetzt nicht wieder Boten mit dieser Forderung. Was den Athenern für diese Behandlung jener Herolde Unwillkommenes geschehen ist, kann ich nicht sagen, außer daß ihnen Land und Stadt verwüstet wurden. Ich glaube allerdings nicht, daß dies die Strafe dafür gewesen ist.
Als Strafe für Unterwerfung Städte dazu zu verpflichten, einem Gott Schenkungen zu machen, halte ich ja für gottespsychologisch heikel.