Γραικύλος schrieb am 12.12.2021 um 00:07 Uhr (Zitieren)
Das dunkelste Dichtwerk der Antike, Lykophrons „Alexandra“, stammt aus der frühen Zeit des Hellenismus, wohl vom Anfang des 3. Jh. v.u.Z. Es legt in der Form eines überdimensionalen Botenberichts (1474 Verse) der trojanischen Prinzessin Alexandra (= Kassandra) Prophezeiungen in den Mund, die neben vielem anderen auch Rom betreffen. Der Obskurantismus der rätselreichen Sprache dieses „manieristischen“ Poesieproduktes läßt manche Identifizierungen fraglich bleiben. Bemerkenswert bleibt der frühe Zeitpunkt, zu dem hier eine griechische Stimme von Roms Größe spricht.
(Roma Aeterna. Lateinische und griechische Romdichtung. Hrsg. v. Bernhard Kytzler. Zürich/München 1972, S. 26-31)
(1) Romulus und Remus
(2) Wortspiel mit ῥώμη: Kraft und Rom
(3) Kastnia: Kultname der Aphrodite, der Mutter des Aeneas; Choiras: der Hirt Anchises, der Vater des Aeneas
(4) Vgl. Homer, Ilias VI 77