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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Tacitus über die Juden #3 (371 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 08.12.2021 um 10:50 Uhr (Zitieren)
Tacitus, Historiae V 2-5:
Das kam auch daher, weil in den Kreisen der Juden unerschütterlich treuer Zusammenhalt und hilfsbereites Mitleid herrschen, während allen anderen Menschen gegenüber feindseliger Haß hervortritt [et quia apud ipsos fides obstinata, misericordia in promptu, sed adversus omnes alios hostile odium].

Beim Essen, beim Schlafen halten sie auf strenge Trennung und kennen trotz der starken Neigung der Volksart zur Sinnlichkeit keinen Geschlechtsverkehr mit Frauen anderer Rassen [separati epulis, discreti cubilibus, proiectissima ad libidinem gens, alienarum concubitu abstinent]; unter ihnen selbst ist nichts verboten [inter se nihil inlicitum].

Die Beschneidung [circumcidere genitalia] haben sie als ein besonderes Unterscheidungsmerkmal bei sich eingeführt. Wer zu ihrem Kult übertritt, hält sich auch an diesen Brauch; auch wird den Proselyten zu allererst das Gebot beigebracht, die Götter zu verachten, das Vaterland zu verleugnen, ihre Eltern, Kinder und Geschwister gering zu schätzen. Doch ist den Juden sehr an Bevölkerungszuwachs gelegen; selbst von den nachgeborenen Kindern eines zu töten, ist in ihren Augen eine Sünde [nefas].

Und sie halten die Seelen der im Kampf oder durch Hinrichtung Umgekommenen für unsterblich; daher rühren ihre Liebe zur Fortpflanzung und gleichzeitig ihre Todesverachtung.

Nach der Sitte der Ägypter setzen sie die Leichen lieber bei, als daß sie sie verbrennen, und sie haben so mit jenen denselben Totenkult und dieselbe Auffassung von der Unterwelt, während sie sich in ihren Vorstellungen über Himmlisches wesentlich von ihnen unterscheiden. Die Ägypter verehren eine ganze Menge von Tieren, auch zusammengesetzte Gestalten, die Juden aber haben einen rein geistigen Gottesbegriff und kennen nur ein göttliches Wesen [Iudaei mente sola unumque numen intellegunt]. Als gottlos betrachten sie jeden, der nach menschlichem Gleichnis Götterbilder aus irdischem Stoff gestaltet; das ihnen vorschwebende höchste, alle Zeiten überdauernde Wesen ist nach ihrer Ansicht nicht darstellbar, auch keinem Untergang verfallen.

Daher stellen sie in ihren Städten keine Götterbilder auf, erst recht nicht in ihren Tempeln. Eine solche Huldigung wird keinem König zuteil, kein Cäsar wird so geehrt. Weil aber ihre Priester gelegentlich mit Flöten und Pauken Musik machten, sich mit Efeu bekränzten, auch ein goldener Rebstock sich im Tempel fand, so glaubten einige an eine Verehrung des Pater Liber (4), des Bezwingers des Morgenlandes. Dazu wollen aber die Bräuche nicht passen; denn die von dem Gott Liber eingeführten Zeremonien sind festlich und fröhlich, die Art der Juden aber abgeschmackt und schäbig [quippe Liber festos laetosque ritus posuit, Iudaeorum mos absurdus sordidusque].

(1) Dionysos, Bakchos in der Interpretatio Latina
 
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