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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Die Bibliothek von Alexandria und die Entstehung der Septuaginta #4 (390 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 11.11.2021 um 12:11 Uhr (Zitieren)
Als der Erlaß eingebracht wurde, um ihn dem König wieder vorzulesen, da fand sich der ganze Text außer ‚ebenso aber auch, wenn solche vorher (im Lande) waren oder auch später hineingebracht wurden‘: diese Worte fügte der König großzügig und großmütig selbst hinzu. Auch befahl er den Zahlmeistern und königlichen Bankiers die gesamte Summe auszuzahlen.

So wurde der Beschluß in sieben Tagen ausgeführt; die Summe aber betrug mehr als 660 Talente, denn es wurden auch viele Säuglinge mit ihren Müttern freigelassen. Auf die Anfrage, ob auch für diese der volle Betrag von 20 Drachmen gezahlt werden sollte, befahl der König, dies zu tun; so führte er den Beschluß ganz und gar aus.

Als dies durchgeführt war, ließ er Demetrios eine Eingabe bezüglich der jüdischen Bücher machen. Denn bei diesen Königen wurde alles durch Anordnungen und mit großer Sorgfalt verwaltet (12); nichts wurde nachlässig behandelt oder dem Zufall überlassen. Deswegen habe ich auch die Eingabe und die Abschriften der Briefe angeführt sowie die Menge der abgesandten (Geschenke) und die Beschaffenheit jedes einzelnen, da sich jedes von ihnen durch Pracht und Kunstfertigkeit auszeichnet. Es folgt die Abschrift der Eingabe:

„Dem großen König von Demetrios [βασιλεῖ μεγάλῳ παρὰ Δημητρίου]! Da du angeordnet hast, Majestät, daß die noch fehlenden Bücher zur Vervollständigung der Bibliothek angeschafft werden, und daß die beschädigten Bände mit der geziemenden Sorgfalt behandelt werden, habe ich mich mit allem Eifer dieser Aufgabe gewidmet und berichte dir folgendes:

Neben gewissen anderen fehlen die Bücher des Gesetzes der Juden; sie sind nämlich in hebräischer Sprache verfaßt und unsorgfältig und nicht wie es sich gehört geschrieben, wie die Sachverständigen berichten; ihnen fehlte es nämlich an königlicher Fürsorge.

Es ist aber notwendig, daß sich nach einer Verbesserung auch diese in deiner Bibliothek befinden, da dies eine philosophische und reine, weil göttliche Gesetzgebung ist [διὰ τὸ καὶ φιλοσοφτέραν εἶναι καὶ ἀκέραιον τὴν νομοθεσίαν ταύτην, ὡς ἂν οὖσαν θείαν]. Daher verzichteten auch die Schriftsteller, Dichter und all die Historiker darauf, die oben genannten Bücher und die Männer, die ihnen gemäß lebten und noch leben, zu erwähnen, weil sich in ihnen eine heilige und reine Anschauung findet, wie Hekataios von Abdera (13) sagt.

Wenn du es wünschst, dann soll an den Hohenpriester in Jerusalem geschrieben werden, er möge Greise mit besonders gutem Lebenswandel herschicken, die sich in ihrem Gesetz auskennen, und zwar von jedem Stamm sechs, damit wir den Text, in welchem die Mehrheit übereinstimmt, prüfen und eine genaue Übersetzung erhalten. Diese wollen wir – würdig ihres Inhaltes und deines Vorsatzes – an einem Ehrenplatz deponieren. Möge es dir immer gutgehen!“

(Jüdische Schriften aus hellenistisch-römischer Zeit. Band II, Lieferung 1: Erling Hammershaimb, Das Martyrium Jesajas / Norbert Meisner, Aristeasbrief. Gütersloh 1973, S. 46-52)

(12) Möglicherweise kritisiert der Autor hiermit die Ptolemäerkönige seiner eigenen Zeit.
(13) Ob der Autor hier aus einem Exkurs über die Juden in den Αἰγυπτιακά des Hekataios von Abdera (ca. 350-290 v.u.Z.) zitiert oder aus einem auf den Namen des Hekataios gefälschten Werk περὶ Ἰουδαίων eines hellenistischen Juden, ist umstritten.
 
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