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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Die Bibliothek von Alexandria und die Entstehung der Septuaginta #3 (387 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 10.11.2021 um 15:36 Uhr (Zitieren)
Hoch erfreut befahl er, (das Lösegeld) dem Sold hinzuzufügen; für jeden Sklaven solle man 20 Drachmen erhalten, und diesbezüglich solle ein Erlaß veröffentlicht werden. Die Listen sollten sogleich angefertigt werden. Dabei bewies er großartigen Eifer: erfüllte doch Gott meine gesamte Bitte und bewegte ihn, nicht nur die mit dem Heer seines Vaters, sondern auch die früher oder später ins Reich gekommenen (jüdischen Sklaven) zu befreien. Man setzte die Schenkung mit mehr als 400 Talenten an. (10)

Ich glaube auch, es ist nicht unnütz, eine Abschrift des Erlasses hier einzurücken: um vieles deutlicher wird nämlich die Großzügigkeit des Königs, der durch Gottes Hilfe zur Rettung so großer Massen wurde.

Er lautete wie folgt: „Befehl des Königs [τοῦ βασιλέως προστάξαντος]! Jene Soldaten, die mit meinem Vater nach Syrien und Phönizien gezogen sind, dort Besitzer jüdischer Sklaven wurden und diese in die Stadt und ins Land (11) gebracht oder weiterverkauft haben, ebenso aber auch, wenn solche vorher (im Lande) waren oder auch später hineingebracht wurden: die Besitzer haben sie sofort freizulassen! Sie erhalten für jeden Sklaven sogleich 20 Drachmen, die Soldaten mit ihrem Sold, die übrigen von der königlichen Bank [ἀπὸ τῆς βασιλικῆς τραπέζης].

Denn ich glaube, daß diese sowohl gegen meines Vaters Willen als auch gegen Sitte und Anstand [παρὰ τὸ καλῶς ἔχον] gefangengenommen wurden; mit militärischer Rücksichtslosigkeit wurde ihr Land verwüstet, die Juden (selbst) nach Ägypten verschleppt. Über die Maßen groß war nämlich die Beute für die Soldaten; deswegen war (die Versklavung) völlig grausam und eine Vergewaltigung von Menschen [ἡ τῶν ἀνθρώπων καταδυναστεία].

Wir nun sind bekannt dafür, daß wir allen Menschen Recht zuteil werden lassen, ganz besonders aber denen, die grundlos unterdrückt werden, und da wir stets, was Recht und Frömmigkeit betrifft, auf die beste Weise uns (zu verhalten) suchen, haben wir befohlen, daß alle Juden, die sich unter welchen Umständen auch immer irgendwo im Reiche als Sklaven befinden, von ihren Besitzern für die festgesetzte Summe freizulassen sind. Niemand soll in dieser Angelegenheit saumselig verfahren! Binnen drei Tagen nach Bekanntgabe dieses Erlasses sind die Listen für die dafür zuständigen (Beamten) anzufertigen und zugleich auch die Sklaven vorzuweisen.

Denn wir haben erkannt, daß es sowohl uns als auch dem Staat nützt, dies auszuführen. Jeder Beliebige kann Zuwiderhandelnde anzeigen und, sollten sie schuldig sein, Eigentümer derselben werden; ihr Besitz geht in das Eigentum des Königs über.“

(Jüdische Schriften aus hellenistisch-römischer Zeit. Band II, Lieferung 1: Erling Hammershaimb, Das Martyrium Jesajas / Norbert Meisner, Aristeasbrief. Gütersloh 1973, S. 46-52)

(10) 1 Talent = 6000 Drachmen. Für die genannte Summe können also mehr als 120000 jüdische Sklaven freigekauft werden.
(11) nach Alexandria und Ägypten
 
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