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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Der Tod des Kaisers Gordian I. #1 (400 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 03.11.2021 um 18:38 Uhr (Zitieren)
Über den Tod dieses römischen Kurzzeit-Kaisers (238 u.Z.) sind sehr unterschiedliche Angaben überliefert.
1. Scriptores Historiae Romanae – Iulius Captolinus: Die beiden Gordiane

Mittlerweile erhob sich in Afrika gegen die beiden Gordiane (1) ein gewisser Capelianus; er war von jeher mit Gordian verfeindet – schon vor dessen Thronbesteigung (2) - und hatte von dem bereits Kaiser Gewordenen den Abschied erhalten, als er, ein ehemaliger Soldat, im Auftrag des Maximinus [sc. Thrax] (3) Mauretanien verwaltete; er bot die Mauren auf und zog mit einer eilig zusammengerafften Schar, nachdem er von Gordian einen Nachfolger erhalten hatte, gegen Karthago; ihm fiel mit der üblichen punischen Treue [fide Punica] das gesamte Volk von Karthago zu.

In dem Wunsch, das Kriegsglück zu erproben, sandte jedoch Gordian seinen bereits in reifem Alter stehenden, sechsundvierzigjährigen Sohn (4), der ihm damals, wie gesagt, als Legat beigegeben war und von dessen Charakter wir gehörigen Ortes berichten werden, gegen Capelian und die Anhänger des Maximinus.

Aber da Capelian im Krieg mehr wagte und der jüngere Gordian nicht die nötige Erfahrung besaß, da er durch sein vornehmes Genußleben gehemmt wurde [quippe qui nobilitatis deliciis tardabatur], holte sich dieser auf dem Schlachtfeld eine Niederlage und blieb selbst auf der Walstatt.

Von Gordians Parteigängern soll eine solche Menge im Kampf gefallen sein, daß es trotz langen Suchens unmöglich war, die Leiche des jüngeren Gordian aufzufinden.

Außerdem wütete – eine Seltenheit in Afrika – ein Unwetter, das Gordians Heer vor dem Kampf dermaßen zerstreute, daß die Soldaten kampfunfähig wurden; so konnte Capelian einen leichten Sieg erringen.

Als der ältere Gordian dies erfahren hatte und da er in Afrika keinen Rückhalt mehr besaß und von Maximinus und der punischen Treue viel zu befürchten war, auch Capelian heftig nachstieß und schließlich die Trauer seine Widerstandskraft lähmte, machte er seinem Leben mit dem Strick ein Ende [laqueo uitam finiuit].

Dies war der Ausgang der beiden Gordiane, die der Senat zu Kaisern ernannt und nachmals unter die Götter versetzt hat.

(15 f.)


(1) Gordianus I. und sein Sohn Gordianus II.
(2) ebenfalls im Jahre 238 u.Z.; die Herrschaft dauerte knapp einen Monat.
(3) 238 u.Z. ermordet
(4) Gordianus I. selbst ist um 159 u.Z. geboren, war also im Jahre 238 bereits 79 Jahre alt.
 
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