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The First Nations? (451 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 03.10.2021 um 15:55 Uhr (
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"First Nations", so werden zunehmend die Indianer Nordamerikas genannt, um den kolonialistischen Begriff "Indianer" zu vermeiden.
Sie sind die Nachkommen der sog. Clovis-Menschen (benannt nach den typischen Steinwerkzeug-Artefakten).
Aber sind sie auch die First Nations in Amerika (ein weiterer kolonialistischer Begriff)?
Daran werden immer mehr Zweifel laut.
Hier nun ein neuer Artikel zum Thema:
Die Steinzeitkinder von New Mexico
Neue Funde belegen: Amerika wurde viel früher besiedelt als bislang vermutet
Sie kamen aus Asien, so viel steht fest. Dank der zur Eiszeit niedrigeren Meeresspiegel konnten die ersten menschlichen Besiedler des amerikanischen Doppelkontinents trockenen Fußes von Sibirien nach Alaska gelangen und von dort aus weiter vordringen. Nur wann? Im zwanzigsten Jahrhundert waren sich die Forscher eigentlich einig, es könne nicht wesentlich früher als vor 13000 Jahren, also ganz am Ende der jüngsten Eiszeit, gewesen sein. Damals galten die Angehörigen der sogenannten Clovis-Kultur als die frühesten archäologisch nachweisbaren Amerikaner. Um die Jahrtausendwende geriet dieser Forscherkonsens zusehends ins Wanken, nachdem immer mehr möglicherweise ältere Hinweise auf menschliche Anwesenheit entdeckt wurden.
Beispielsweise waren im Süden Chiles Besiedlungsspuren gefunden worden, die heute auf ein Alter von 16500 Jahren datiert werden. Andere Fundorte brachten es sogar auf 20000 Jahre und mehr. Die Schwierigkeiten hiermit waren nicht nur umstrittene Datierungen oder angreifbare Deutungen als Zeugnisse menschlicher Präsenz. Denn zwischen 26500 und etwa 19000 Jahren vor heute hatte die Vergletscherung Nordamerikas ihr Maximum erreicht. Die beiden einzigen möglichen Einwanderungsrouten – entlang der Westküste oder durch einen auch zu Kaltzeiten zumeist eisfreien Korridor in der heutigen kanadischen Provinz Alberta – waren da versperrt.
Also müssen die ersten Menschen früher nach Amerika eingewandert sein. Genau dafür haben britische und amerikanische Forscher nun mit einer in dem Wissenschaftsmagazin Science veröffentlichten Entdeckung einen handfesten Hinweis gefunden. In 21000 bis 23000 Jahre alten fossilen Sandschichten eines einstigen Seeufers im White Sands National Park im amerikanischen Bundesstaat New Mexico haben sie menschliche Fußspuren freigelegt. Es handelt sich um insge-samt sieben Schichten mit Spuren zuweilen einer einzelnen, zuweilen von bis zu fünf Personen, bei denen es sich übrigens durchgehend um Kinder im Alter von neun und vierzehn Jahren gehandelt haben muss. In zwei der Schichten sowie einer achten am selben Fundort sind auch Fußstapfen von Mammuts erhalten.
Die Identifizierung der Kinderfußabdrücke als menschliche Hinterlassenschaft ist kaum bestreitbar. Wenn nun auch die Datierung durch Radiokarbon-Messungen an Pflanzenresten, die in den Schichten eingeschlossen sind, weiterer Prüfung standhält, wäre das der Beweis, dass der Mensch vor dem Höhepunkt der jüngsten Eiszeit bis nach Amerika gelangt sein muss. Damit wäre auch die Debatte eröffnet, ob frühere, bislang ungeklärte Einbrüche in den Populationen von Säugetierarten wie Mammuts, Pferden oder Säbelzahntigern, die am Ende der Eiszeit in Amerika ausgestorben sind, bereits etwas mit menschlichen Jagdaktivitäten zu tun hatten.
(FAZ vom 29.9.2021)
Wer weiß also, welche First Nations von den "First Nations" ihrerseits verdrängt worden sind?
Ganz abgesehen von der Frage, wer die Tierarten in Amerika ausgerottet hat.