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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Shame and Scandal in the Family #1 (450 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 25.07.2021 um 14:47 Uhr (Zitieren)
Hyginus, Fabulae 88:
Atreus, der Sohn des Pelops und der Hippodameia, wollte das Unrecht rächen, das ihm sein Bruder Thyestes zugefügt hatte. Er versöhnte sich mit ihm und holte ihn in sein Reich zurück. Dann brachte er Thyestes‘ unmündige Söhne Tantalos und Pleisthenes um und setzte sie ihm zum Mahl vor. Als er aß, ließ Atreus die Arme und die Köpfe der Kinder herbeiholen. Wegen dieses Verbrechens schlug sogar der Sonnengott mit seinem Wagen einen anderen Weg ein.

Als Thyestes den ruchlosen Frevel bemerkte, flüchtete er zu König Thesprotos, wo der Avernersee sein soll. Von dort kam er nach Sikyon, wohin seine Tochter Pelopeia in Sicherheit gebracht worden war. Er kam zufällig in der Nacht dazu, als sie der Athene ein Opfer darbrachten. Aus Angst, das Opfer zu entweihen, versteckte er sich in einem Hain.

Pelopeia aber rutschte beim Reigentanz aus und beschmutzte ihr Kleid mit dem Blut des Opfertiers. Sie ging zum Fluss, um das Blut abzuwaschen, und legte ihr beflecktes Hemd ab. Da sprang Thyestes mit verhülltem Haupt aus dem Hain heraus und tat ihr Gewalt an [Capite obducto Thyestes e luco prosiliuit et eam compressit]. Pelopeia riss ihm dabei das Schwert aus der Scheide, lief zum Tempel zurück und verbarg es unter der Fußspitze der Athene. Am folgenden Tag bat Thyestes den König, ihn nach Lydien heimzuschicken.

Inzwischen kam es wegen der Freveltat des Atreus in Mykene zu Misswachs und Mangel. Atreus erhielt das Orakel, er solle Thyestes in das Königreich zurückholen.

In dem Glauben, Thyestes halte sich dort auf, ging er zu König Thesprotos. Als er Pelopeia erblickte, bat er Thesprotos, sie ihm zur Frau zu geben, weil er glaubte, sie sei dessen Tochter. Um keinen Verdacht zu erwecken, gab ihm Thesprotos Pelopeia, die von ihrem Vater bereits mit Ägisth schwanger war. Als sie zu Atreus kam, brachte sie Ägisth zur Welt und setzte ihn aus [parit Aegisthum, quem exposuit]. Doch Hirten legten ihn einer Ziege unter. Atreus ließ nach ihm forschen und befahl, ihn als sein eigenes Kind aufzuziehen.

Unterdessen schickte er seine Söhne Agamemnon und Menelaos auf die Suche nach Thyestes, und sie kamen nach Delphi, um sich dort nach ihm zu erkundigen. Zufällig war Thyestes dorthin gekommen, um wegen der Rache an seinem Bruder das Orakel zu befragen. Er wurde von ihnen festgenommen und zu Atreus gebracht. Atreus ließ ihn in Haft nehmen, rief Ägisth, den er für seinen Sohn hielt, und schickte ihn zu Thyestes, damit er ihn töte [ad Thyestem interficiendum].

Als dieser Ägisth sah und das Schwert, das er trug, als dasjenige erkannte, das er damals bei der Vergewaltigung verloren hatte, fragte er Ägisth, woher er es habe. Der antwortete, seine Mutter Pelopeia habe es ihm gegeben. Er ließ sie holen, und sie gab ihm zur Antwort, sie habe es bei einer nächtlichen Vergewaltigung einem Unbekannten aus der Scheide gezogen und bei jener Vergewaltigung den Ägisth empfangen. Dann riss sie das Schwert an sich, tat so, als ob sie es erkenne, und stieß es sich in die Brust [Tunc Pelopia gladium arripuit simulans se agnoscere et in pectus sibi detrusit].

Ägisth zog es aus der Brust seiner Mutter und brachte das blutige Schwert zu Atreus. Der freute sich, weil er glaubte, Thyestes sei ermordet worden. Doch als Atreus am Strand opferte, erschlug ihn Ägisth und kehrte mit seinem Vater Thyestes in sein angestammtes Königreich zurück.

 
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