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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Alexanders Marsch durch die Gedrosische Wüste #1 (467 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 12.07.2021 um 14:58 Uhr (Zitieren)
Arrian, Anabasis VI 24 f.:

Auf seinem Rückweg aus Indien führte Alexander der Große sein Heer 325 v.u.Z. durch die Gedrosische Wüste.
Fast sämtliche Autoren, die Alexanders Taten aufgezeichnet haben, berichten, alles das, was das Heer zusammengenommen an Strapazen auf seinem Zuge durch Asien habe erleiden müssen, sei nichts gewesen im Vergleich zu dem, was man auf diesem Marsch auszuhalten hatte.

Alexander habe diesen Weg gewählt, nicht weil er, wie Nearchos (1) als einziger bemerkt, die Schwierigkeiten dieser Marschroute nicht kannte, sondern weil er gehört hatte, noch niemand außer Semiramis (2) auf ihrer Flucht aus Indien sei auf diesem Wege mit seinem Heer heil davongekommen, und auch diese nur mit 20, Kyros, der Sohn des Kambyses (3), sogar mit nur noch 7 Mann, wie die Einheimischen berichten. Denn auch Kyros habe sich hierherbegeben, um in Indien einzufallen, doch seien ihm Wüste und Mangel auf diesem Wege zuvorgekommen und hätten den Großteil seines Heeres vernichtet.

Diese Nachrichten aber seien es gewesen, die Alexanders Ehrgeiz anstachelten, Semiramis und Kyros zu übertreffen. Aus diesem Grunde, zugleich auch, um der Flotte aus nicht allzu weiter Entfernung Nachschub am nötigsten bringen zu können (4), habe Alexander, wie Nearchos sagt, diesen Weg eingeschlagen.

Brennende Hitze und gewaltiger Wassermangel habe einen großen Teil der Armee vernichtet und dazu vor allem die Lasttiere, die wegen der Tiefe des sonnendurchglühten Sandes und zugleich am Durst in großer Zahl zugrunde gingen. Denn man sei auf richtige Hügel aus solch tiefem Sand gestoßen, der keinen festen Tritt gestattete, sondern wie zäher Schlamm oder besser wie frischer Schnee ohne getretene Spuren den Fuß festhielt. Und noch mehr seien zugleich Pferde und Maultiere bei Auf- wie Abstieg durch die Unebenheiten des Geländes in Mitleidenschaft gezogen worden, das ebenfalls keinen festen Halt bot.

Dazu sei nicht zum wenigsten die Länge der Marschetappen gekommen, die dem Heere Not bereiteten. Der ungeheure Wassermangel nämlich machte es nötig, die Etappen noch mehr auszudehnen. Sooft man in der Nacht die vorgeschriebenen Tagesziele erreichte und dann am Morgen auf Wasser stieß, ging es etwas besser; zog sich aber wegen der Länge des Weges der Marsch darüber hinaus auch ein Stück des Tages hin, so daß sie die Hitze noch unterwegs überfiel, so hatte man desto mehr zu leiden, durch die Glut und zugleich durch unlöschbaren Durst gequält.

(1) Alexanders Flottenadmiral
(2) sagenhafte assyrische Königin
(3) Kyros II. (reg. 559-530 v.u.Z.)
(4) Die Flotte segelte parallel zum Heer die Küste zum Persischen Golf entlang.
 
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