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Wenn du zu Sklaven gehst, vergiß die Peitsche nicht! (435 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 29.06.2021 um 15:27 Uhr (
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Herodot IV 3 f.:
Von diesen Sklaven (1) und den Frauen [sc. der Skythen] wuchs eine Jugend heran, die sich, als sie ihre eigene Abkunft erfuhr, denen, die von den Medern heimkamen, entgegen-stellte. Zunächst trennten sie ihr Land ab, indem sie einen breiten Graben aushoben; der Graben zieht sich von den taurischen Bergen bis zur breitesten Stelle des Maietissees (2) hin. Danach stellten sie sich gegen die Skythen, die einzu-dringen versuchten, und kämpften mit ihnen.
Als es aber wiederholt zur Schlacht kam und die Skythen keinen Vorteil im Kampf erreichen konnten, sagte einer von ihnen: „Was tun wir denn, Skythen [Οἷα ποιεῦμεν, ἄνδρες Σκύθαι]? Wir kämpfen gegen unsere Sklaven. Wenn sie uns töten, wird unsere eigene Zahl geringer; wenn wir sie töten, beherrschen wir in Zukunft weniger Sklaven. Deshalb bin ich der Meinung, wir legen jetzt Lanze und Bogen beiseite; jeder nimmt eine Reitpeitsche und geht so an sie heran. Solange sie uns in Waffen sahen, glaubten sie, uns gleich zu sein und von gleichen abzustammen. Wenn sie uns aber mit Peitschen statt Waffen in der Hand erkennen, werden sie merken, daß sie unsere Sklaven sind, und uns nicht entgegenzutreten wagen.“
Als die Skythen das gehört hatten, taten sie so. Die Sklaven aber erschraken, vergaßen das Kämpfen und flohen. Auf diese Weise kamen die Skythen nach der Eroberung Asiens in ihr Land zurück, nachdem die Meder sie von dort wieder vertrieben hatten. [...]
(1) Herodot hat zuvor berichtet, daß die Skythen ihre Sklaven blendeten. Während eines Feldzuges der Skythen gegen die Meder haben diese Sklaven mit den Skythinnen Kinder gezeugt.
(2) heute: Asowsches Meer