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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Zur Nachrichtentechnik der Antike #3 (443 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 26.06.2021 um 00:06 Uhr (Zitieren)
Polybios X 43-47:
45. Dies war sicher ein kleiner Fortschritt über das Signalisieren mit verabredeten Zeichen hinaus, aber auch diese Methode ist immer noch sehr unbestimmt. Denn selbstverständlich ist es nicht möglich, alles, was geschehen kann, vorauszusehen, noch wenn man es voraussehen könnte, auf dem Stab zu verzeichnen. Wenn daher etwas Unvorhergesehenes geschieht, kann man es natürlich nicht mit dieser Apparatur mitteilen.

Aber auch das, was auf dem Stab geschrieben steht, ist noch immer sehr wenig bestimmt. Wie viele Soldaten zu Pferd und zu Fuß und an welcher Stelle des Landes sie eingefallen sind, wie viele Schiffe ankommen, wieviel Korn, von all dem kann man mit dieser Methode keine Nachricht geben. Denn wovon man nichts wissen kann, ehe es eintritt, dafür kann man vorher auch keine Zeichen vereinbaren [περὶ γὰρ ὧν ἀδύνατον γνῶναι πρὶν ἢ γενέσθαι, περὶ τούτων οὐδὲ συνθέσθαι πρὸ τοῦ δυνατόν].

Das Entscheidende aber ist dies: Wie kann man zu einer Entscheidung über die Art der Hilfeleistung kommen, wenn man nicht weiß, wie viele Feinde im Anzug sind noch wo? Wie kann man ferner Mut fassen oder das Gegenteil, ja überhaupt nur sich eine Meinung bilden, wenn man nicht erfährt, wie viele Schiffe, wieviel Getreide von den Bundesgenossen geschickt wird?

Das neueste Verfahren, das von Kleoxenos und Demokleitos erdacht und von mir vervollkommnet worden ist, hat den Vorzug, in jeder Weise bestimmt und imstande zu sein, jede dringende Nachricht mit größter Schnelligkeit zu übermitteln, in der Handhabung aber bedarf es größerer Sorgfalt und genauerer Aufmerksamkeit.

Das Verfahren ist dies. Man teilt das Alphabet nach seiner Reihenfolge in fünf Teile zu je fünf Buchstaben, abgesehen vom letzten Teil, der einen Buchstaben weniger hat, aber das tut nichts zur Sache. Dann besorgen sich beide Signalposten fünf Tafeln und schreiben auf jeder der Reihe nach einen Teil der Buchstaben, also fünf, und machen darauf miteinander aus, daß der, welcher eine Nachricht übermitteln will, zuerst Feuerzeichen gibt, und zwar zwei, und abwartet, bis der andere durch Feuerzeichen Antwort gibt. Dies hat den Zweck, sich dessen zu vergewissern, daß die Nachricht empfangen wird.

Wenn diese Fackeln von der Warte heruntergenommen sind, hebt der Übermittler der Nachricht zuerst die Fackeln auf der linken Seite hoch, um anzuzeigen, welche Tafel eingesehen werden soll, wenn die erste, eine Fackel, wenn die zweite, zwei Fackeln, und so weiter, hierauf zweitens in derselben Weise die Fackeln auf der rechten Seite, um anzuzeigen, welchen Buchstaben auf dieser Tafel der Empfänger aufschreiben soll.

 
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