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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Zur Nachrichtentechnik der Antike #2 (377 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 25.06.2021 um 14:17 Uhr (Zitieren)
Polybios X 43-47:
44. Aineias, der Verfasser eines Werkes über Feldherrnkunst (1), wollte diesem Übelstand abhelfen, hat jedoch mit dem von ihm erdachten System nur einen geringen Fortschritt gebracht und noch bei weitem nicht eine befriedigende Lösung des Problems, wie man aus folgendem ersehen kann.

Diejenigen, so sagt er, die einander durch Feuerzeichen dringende Botschaften übermitteln wollen, sollen sich tönerne Gefäße von gleicher Weite und Höhe, und zwar etwa drei Ellen hoch, eine Elle im Durchmesser, besorgen, ferner Korkstücke, etwas weniger breit als die Öffnung der Gefäße; in der Mitte dieser Korkstücke solle man Stäbe befestigen, in gleichen Abständen von je drei Finger Breite abgeteilt, mit deutlich erkennbarer Abgrenzung der Teile gegeneinander.

Auf die einzelnen Felder schreibe man die wichtigsten und hauptsächlichsten Vorkommnisse im Kriege, so zum Beispiel gleich auf das erste: Reiter sind ins Land eingefallen, auf das zweite: schwere Infanterie, auf das dritte: Leichtbewaffnete, auf das nächste: Infanterie und Kavallerie, dann: Schiffe, dann: Korn, und so weiter, bis auf allen Feldern der Stäbe die kriegerischen Vorkommnisse verzeichnet sind, die nach aller Wahrscheinlichkeit unter den obwaltenden Umständen am ehesten zu erwarten sind oder eintreten könnten.

Wenn das geschehen ist, soll man in beide Gefäße Löcher von genau gleicher Größe bohren, so daß sie den gleichen Abfluß haben. Dann soll man sie mit Wasser füllen, die Korkstücke mit den Stäben darauflegen und das Wasser gleichzeitig durch die Löcher abfließen lassen. Dabei müssen natürlich, da die Einrichtung beider Gefäße völlig gleich ist, in demselben Maße, wie das Wasser abfließt, die Korkstücke absinken und die Stäbe mehr und mehr von den Wänden der Gefäße verdeckt werden.

Wenn man durch praktischen Versuch festgestellt hat, daß dies mit gleicher Schnelligkeit und in völliger Übereinstimmung vor sich geht, soll man die Gefäße an die Orte bringen, an jeden eins, an denen beide Teile die Feuerzeichen beobachten beziehungsweise geben sollen.

Tritt nun eins von den Ereignissen ein, die auf dem Stab verzeichnet sind, soll man das Feuer aufflammen lassen und warten, bis die Beobachter gegenüber Antwort geben. Wenn beide Feuerzeichen zugleich sichtbar geworden sind, soll man die Fackeln von der Warte herunternehmen und dann sofort das Wasser durch die Löcher abfließen lassen.

Sobald nun durch das Sinken des Korkstücks und des Stabes die Schrift, die aussagt, was man mitteilen möchte, den Rand des Gefäßes erreicht, soll man die Fackel wieder auf die Warte stellen. Die Empfängerstation muß dann sofort die Öffnung des Gefäßes schließen und nachsehen, welche Schrift auf dem Stab mit dem Rand des Gefäßes abschneidet. Das ist dann die Nachricht, die übermittelt werden sollte, sofern sich auf beiden Seiten alles mit der gleichen Schnelligkeit vollzogen hat.

(1) Aineias Taktikos (4. Jhdt. v.u.Z.); nur geringe Teile seines Werkes sind überliefert.
 
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