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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Wunder um Asklepios #3 (499 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 20.05.2021 um 15:10 Uhr (Zitieren)
3. (Pseudo-)Apollodor: Bibliotheké

Außer ihnen zeugte er [sc. Leukippos] noch Arsinoë; mit ihr schlief Apollon, und sie gebar den Asklepios. Manche aber sagen, daß Asklepios nicht von Arsinoë, der Tochter des Leukippos, abstammt, sondern von Koronis, der Tochter des Phlegyas in Thessalien. Und man sagt, daß Apollon sich in sie verliebt und sofort mit ihr geschlafen habe; sie aber habe es gegen den Willen ihres Vaters erreicht, daß sie bei Ischys, dem Bruder des Kaineus, wohnte.

Apollon verfluchte den Raben, der ihm dies meldete, und machte ihn, der bislang weiß war, schwarz. Koronis selbst tötete er. Als sie verbrannt wurde, riß er das Kleinkind vom Scheiterhaufen und trug es zu Cheiron, dem Kentauren, bei dem es aufgezogen und in der Heilkunst und in der Jagd unterwiesen wurde.

Er wurde ein Arzt [χειρουργικός], der seine Kunst lange ausübte und dabei nicht nur einige Menschen vor dem Tod bewahrte, sondern auch bereits Tote wieder aufweckte [ἀλλ‘ ἀνήγειρε καὶ τοὺς ἀποθανόντας]. Er hatte nämlich von Athena das Blut erhalten, das aus den Adern der Gorgo geflossen war, von dem er das aus den linken Adern stammende zum Verderben der Menschen nutzte, das aus den rechten Adern zu ihrer Rettung, und mit diesem weckte er auch die Toten auf.

[Ich habe manche gefunden, die als von ihm Auferweckte genannt werden: Kapeneus und Lykurgos, wie Stesichoros <in> der „Eriphyle“ (Frg. 194) sagt, Hippolytos, wie der Autor der „Naupaktika“ (Frg. 194) sagt, Tyndareus, wie Panyasis (Frg. 5) sagt, Hymenaios, wie die Orphischen Dichter (Frg. 40) sagen, und Glaukos, den Sohn des Minos, wie Melesagoras (Frg. 3) sagt.]

Zeus fürchtete, daß die Menschen dieses Heilmittel von ihm erhalten und sich gegenseitig helfen könnte, und schleuderte deshalb den Wetterstrahl gegen ihn. Darüber erzürnt, tötete Apollon die Kyklopen, die den Wetterstrahl für Zeus angefertigt hatten. Zeus wollte ihn dafür in den Tartaros werfen, weil aber Leto darum bat, befahl er ihn, ein Jahr lang bei einem Menschen als Knecht zu dienen [ἀνδρὶ θητεῦσαι]. Er ging deshalb nach Pherai zu Admetos, dem Sohn des Pheres, wurde sein Diener [τούτῳ λατρεύων ἐποίμαινε] und hütete so seine Herden; dabei bewirkte er, daß alle weiblichen Tiere Zwillingsgeburten hatten [καὶ τὰς θηλείας βόας πάσας διδυμοτόκους ἐποίησεν].

(III 118-122)


- Asklepios kann auch Tote wieder zum Leben erwecken, darf er aber nicht.
- Mit dem Blut aus den linken Adern der Gorgo kann er Menschen verderben.
- Zugleich mit der von Apollon getöteten Koronis soll ihr (lebendiges?) Kind verbrannt werden.
- Apollon, ein Gott!, muß zur Strafe ein Jahr lang als Sklave dienen.
- Er bewirkt (warum?) bei den von ihm gehüteten Tieren lauter Zwillingsgeburten.
Re: Wunder um Asklepios #3
Aurora schrieb am 22.05.2021 um 09:43 Uhr (Zitieren)
Zum Problem der Thaumaturgie:
https://de.wikipedia.org/wiki/Thaumaturgie
bzw.
https://en.wikipedia.org/wiki/Thaumaturgy

Die meisten Wunder lassen sich heute
psychologisch oder psychyoanatytisch erklären,
sind literarische, interessengesteuerte Fiktionen oder schlicht Metaphern.
(Die tiefenpsychologische Deutung der Wunder Jesu bei Eugen Drewermann
Marion Schmelzer-Darani, 2007)
vgl:
https://www.srf.ch/kultur/gesellschaft-religion/wunderglaube-versus-religion-warum-menschen-nach-wundern-duersten

Das größte Wunder, die Welt, fast der
große Philosoph so zusammen:
"Nicht wie die Welt ist, ist das Mystische, sondern dass sie ist"

Ein wunderbarer Satz!

Ob es die Welt vlt. gar nicht nicht geben kann, daran wird gearbeitet.
Möglicherweise wissen wir zumindest theoretisch bald mehr darüber,
auch wenn es sich vermutlich nie beweisen lässt.
(Stringtheorie, Multiversum,Quantenvakuum).
 
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