α β γ δ ε ζ η θ ι κ λ μ ν ξ ο π ρ ς σ τ υ φ χ ψ ω Α Β Γ Δ Ε Ζ Η Θ Ι Κ Λ Μ Ν Ξ Ο Π Ρ C Σ Τ Υ Φ Χ Ψ Ω Ἷ Schließen Bewegen ?
Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Dionysios über die Christenverfolgung unter Decius #3 (381 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 24.03.2021 um 13:17 Uhr (Zitieren)
Der erste unter ihnen war Julian, ein an Fußgicht leidender Mann, der weder stehen noch gehen konnte. Er wurde zusammen mit seinen beiden Trägern vorgeladen, von denen der eine sogleich (den Glauben) verleugnete. Der andere aber, Kronion mit Namen und dem Beinamen Eunus, und der betagte Julian selbst bekannten sich zum Herrn. Daraufhin wurden sie durch die ganze Stadt – ihr wißt, wie groß sie ist – hoch oben auf Kamelen sitzend ausgepeitscht und schließlich, umringt von einer großen Volksmenge, in ungelöschtem Kalk verbrannt.

Ein Soldat, der bei ihrem Abtransport dabeistand und den Schmährufen entgegentrat, wurde auf ihr lautes Geschrei hin vorgeführt; er, Besas, der tapferste Waffenträger Gottes, wurde enthauptet, nachdem auch er sich in dem großen Glaubenskrieg ausgezeichnet hatte.

Auch ein anderer, von Geburt ein Libyer, seinem Namen und zugleich der Seligpreisung nach ein wahrer Makar*), ließ sich nicht dazu bringen, (seinen Glauben) zu verleugnen, obwohl ihm der Richter sehr zusetzte, und wurde lebendig verbrannt. Nach ihnen wurden Epimachus und Alexander ebenfalls in ungelöschtem Kalk verbrannt, nachdem sie lange Zeit eingekerkert waren und unzählige Leiden, Peinigungen und Geiße-lungen erduldet hatten.

Zusammen mit ihnen wurden vier Frauen (hingerichtet). Ammonarion, eine heilige Jungfrau, wurde vom Richter lange Zeit auf das heftigste gefoltert, weil sie vorher angekündigt hatte, sie würde nichts von dem aussprechen, was er ihr befehlen werde; sie wurde abgeführt, nachdem sie ihre Ankündigung wahr gemacht hatte. Die übrigen Frauen, die altehrwürdige Merkuria und die kinderreiche Dionysia, die jedoch ihre Kinder nicht mehr liebte als den Herrn, starben durch das Schwert, ohne (zuvor) der Prüfung durch die Folter ausgesetzt zu werden, da der Statthalter sich scheute, erfolg-los weiterzufoltern und sich von den Frauen besiegen zu lassen. Denn die heldenhafte Ammonarion hatte für alle die Folter erduldet.**)

Dann wurden die Ägypter Heron, Ater und Isidor (dem Gericht) übergeben und mit ihnen Dioskur, ein Knabe von etwa fünfzehn Jahren. Zuerst versuchte man den jungen Mann mit Worten zu täuschen, weil man meinte, er ließe sich leicht verführen; (dann) versuchte man ihn durch Folterungen zu zwingen in der Meinung, er werde leicht nachgeben; Dioskur aber ließ sich weder überreden noch gab er nach. – Nachdem man die übrigen aufs grausamste gemartert hatte und sie es geduldig ertrugen, übergab man auch sie dem Feuer. – Den Dioskur aber, der sich in aller Öffentlichkeit glänzend geschlagen und mit großer Klugheit die an ihn gerichteten Fragen beantwortet hatte, ließ man voll Bewunderung frei und sagte, man wolle ihm bei seiner Jugend Aufschub für eine Sinnesänderung gewähren. Der wunderbare Dioskur weilt auch jetzt noch unter uns, verblieben für einen noch schwereren Kampf und einen beständigeren Siegespreis.

Ein gewisser Nemesion, ebenfalls ein Ägypter, war fälschlich als Genosse von Räubern angeklagt worden. Nachdem er sich aber vor dem Hauptmann von dieser völlig unzutreffenden Verleumdung seiner Person gereinigt hatte, wurde er als Christ angezeigt und kam als Gefangener vor den Statthalter. Der aber ließ ihn in seiner großen Ungerechtigkeit mit doppelt so viel Folterungen und Peitschenschlägen wie die Räuber mißhandeln und inmitten der Räuber verbrennen, so daß er, der Glückselige, dem Beispiel Christi für würdig befunden wurde.

Ein ganzer Trupp Soldaten, Ammon, Zenon, Ptolemäus, Ingenes und mit ihnen der bejahrte Theophilus, hatte sich vor dem Richtplatz aufgestellt. Als nun jemand als Christ vor Gericht stand und schon dazu neigte, (seinen Glauben) zu verleugnen, knirschten dieser, die dabeistanden, mit den Zähnen, nickten mit ihren Gesichtern, streckten ihre Hände aus und gestikulierten mit dem ganzen Körper. Da wandte sich die Aufmerksamkeit aller ihnen zu. Aber noch ehe einige von ihnen auf andere Weise ergriffen wurden, traten sie bereits vor den Richtstuhl und erklärten, sie seien Christen, so daß der Statthalter und seine Beisitzer von Furcht erfüllt wurden. Und sie, die gerichtet werden sollten, erschienen guten Mutes angesichts dessen, was sie erwartete, während ihre Richter sich ängstigten. Jene zogen im Triumphzug vom Richtplatz fort, voller Freude über ihr Zeugnis, weil Gott ihnen so großartig einen Triumph geschenkt hatte.

[/i](Dionysios von Alexandrien: Das erhaltene Werk. Hrsg. v. Wolfgang A. Bienert. Stuttgart 1972, S. 29 f.)[/i]

*) Anspielung auf μακάριος
**) Man erwartet den Namen einer vierten Frau, der jedoch im Text fehlt.
 
Antwort
Titel:
Name:
E-Mail:
Eintrag:
Spamschutz - klicken Sie auf folgendes Bild: Schwert

Aktivieren Sie JavaScript, falls Sie kein Bild auswählen können.