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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Eine antike Verschwörungstheorie #2 (398 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 20.03.2021 um 00:37 Uhr (Zitieren)
In einer weiteren Rede (24, 5-8) spinnt Libanios seine These weiter aus. Wer hätte je von den Taienern gehört?
5 Es soll mir also niemand von Feigheit, Mutlosigkeit oder Vernachlässigung der Übung sprechen und den Sieg der Barbaren auf diese Gründe zurückführen. Die Konstitution der Soldaten und ihrer Offiziere war keineswegs schlechter als die ihrer Vorgänger[,] noch waren diese in Kriegskunst und Übung den früheren unterlegen. So sehr verlangten sie nach Ruhm, daß sie, gleichermaßen gegen Hitze und Durst, Feuer und Eisen im Kampf den Tod der Flucht vorzogen. Wodurch also sind die Gegner uns gegenüber im Vorteil? Ich glaube, daß ein Gott gegen uns erzürnt ist und auf ihrer Seite kämpft. Und was die wichtigste Ursache dieses Zorns ist, das will ich nun erklären.

6 Auf der Seite hat der große Julian die Wunde empfangen, gerade als er dabei war, seine zerrissene Schlachtreihe wieder zu vereinen und zu diesem Zweck sein Pferd unter lauten Rufen und Drohungen vorantrieb. Der ihn angriff und verwundete, war ein Taiener, der den Befehl seines eigenen Anführers erfüllte. Dieser dürfte eine Belohnung dafür erhalten haben von denen, für die es wichtig war, daß der Kaiser starb. Also nutzte er die Gelegenheit, die ihm die Unordnung, der Wind und der viele Staub boten, traf den Kaiser und verschwand.

7 Der Kaiser stürzte zunächst zu Boden, dann stieg er wieder aufs Pferd und kümmerte sich um die Ordnung des Hee-res[,] und obgleich er sah, daß Blut an ihm herunterfloß, hörte er nicht eher auf, für seine Truppe zu sorgen, als bis er ohnmächtig wurde. So wurde er in sein Zelt gebracht, und während alle Umstehenden weinten, hat er als einziger keine Träne vergossen. Nichts Nachteiliges hat er über den Feldzug geäußert, sondern sich selbst deshalb gelobt und erklärt, er sei traurig, nicht weil er sterben müsse, sondern weil das Heer verwaist sein werde. Er hatte bereits die Götter, zu denen er bald kommen sollte, vor Augen, als er sein Leben aushauchte.

8 Ein anderer [Jovian] bestieg den Thron. Dieser hätte auf der Stelle dem Verstorbenen zu Hilfe eilen und die Bestrafung der Schuldigen zum Auftakt seiner Regierungsgeschäfte machen müssen. Doch das erachtete dieser für überflüssig und nutzlos. Der Tote wurde also in die Heimat gebracht, während die Urheber dieser Missetat lachten. Und als es darauf zu zahlreichen Kontakten mit den Persern wegen eines Friedensschlusses kam, da war zu hören, daß kein Perser für die Tötung Julians geehrt worden sei, obgleich eine Ehrung zu erwarten gewesen wäre.

(Libanios: Kaiserreden. Hrsg. v. Georgios Fatouros, Tilman Krischer und Werner Portmann. Stuttgart 2002, S. 273 f.)

Die Taiener waren ein sarazenischer Stamm; sie trieben in den Grenzgebieten zwischen dem persischen und dem römischen Reich ihr Unwesen und ließen sich von beiden Seiten für dubiose Unternehmungen dingen. An der Textstelle ist eine Radierung vorgenommen worden – ein Wort fehlt.
So erläutern es Georgios Fatouros & Co.
An entscheidender Stelle wurde ein Wort wegradiert ... da kommt der Verschwörungstheoretiker erst richtig in Fahrt.
 
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