Γραικύλος schrieb am 09.03.2021 um 12:28 Uhr (Zitieren)
(Anonym; Anthologia Graeca VII 325)
Von Sardapanal war hier schonmal die Rede.
Ein seltsamer Gedanke: Mein ist das Vergangene, das Vergängliche. Alles andere ist vergangen.
Re: εἰς τὸν Σαρδανάπαλλον
Γραικύλος schrieb am 09.03.2021 um 12:45 Uhr (Zitieren)
Sardapanal --> Sardanapal
Re: εἰς τὸν Σαρδανάπαλλον
Minoides schrieb am 09.03.2021 um 17:07 Uhr (Zitieren)
Ich würde vermuten, das "sonst" in der Beckby-Übersetzung steht nicht in der Bedeutung "darüber hinaus", sondern i. S. v. "damals" (als ich noch lebte).
Re: εἰς τὸν Σαρδανάπαλλον
Marcella schrieb am 09.03.2021 um 17:09 Uhr (Zitieren)
Das sagt die engl. Wiki, Sardanapalus:
Alleged tomb
On the eve of the battle of Issus (333 BC), Alexander's biographers say, Alexander the Great was shown what purported to be the tomb of Sardanapalus at Anchialus in Cilicia, with a relief carving of the king clapping his hands over his head and an inscription that the locals translated for him as "Sardanapalus, son of Anakyndaraxes, built Anchialus and Tarsus in a single day; stranger, eat, drink and make love, as other human things are not worth this" (signifying the clap of the hands).[8][9] Several writers, including Cicero, Strabo, Plutarch, Dio Chrysostom and Athenaeus mention different variations of this epitaph.[10]
Historically, there is no record of any Assyrian king dying or being buried in Cilicia.
Re: εἰς τὸν Σαρδανάπαλλον
Γραικύλος schrieb am 09.03.2021 um 17:37 Uhr (Zitieren)
Das erleichtert mir das Verständnis nicht, d.h. es weckt bei mir neue Fragen:
- was bedeutet dann das ἔχω einerseits,
- was bedeutet das δὲ ... πάντα λέλειπται andererseits,
wenn da nicht ein Gegensatz gemeint ist: das eine habe ich, das andere aber ist verschwunden?
Die von Marcella zitierte Version enthält diesen Gegensatz zu den "other human things".
Und wenn ein Gegensatz ausgdrückt werden soll, dann begreife ich nicht, wieso gerade das Gegessene und Getrunkene sich auf der Seite dessen befinden sollen, was ich (im Grab) noch habe.
Re: εἰς τὸν Σαρδανάπαλλον
Γραικύλος schrieb am 09.03.2021 um 17:57 Uhr (Zitieren)
Kann man die bekannte lateinische Grabinschrift
ES BIBE LVDE VENI
als Parallele heranziehen?
Sinn: Genieße, was du hast, solange du es hast, denn alles ist vergänglich.
Re: εἰς τὸν Σαρδανάπαλλον
Johannes schrieb am 09.03.2021 um 19:21 Uhr (Zitieren)
Carpe diem quam minimum credula postero!
Re: εἰς τὸν Σαρδανάπαλλον
Minoides schrieb am 09.03.2021 um 20:31 Uhr (Zitieren)
Ungefähr so: Was der Abgeschiedene besitzt, sind die Erinnerungen an das Genossene. (Darauf, dass es sich bei diesem Besitz um einen mnestischen handelt, deutet zudem das "ἐδάνην.") Das, was ihm diese Genüsse einst verschafft hat, "all das musste (von ihm) zurückgelassen werden" (πάντα λέλειπται). Die leiblichen Genussmittel sind dem körperlosen Sprecher nicht mehr zugänglich. Natürlich kann man fragen, ob Beckbys Interpretation zutrifft, ob es sich bei den "τὰ δὲ πολλὰ καὶ ὄλβια πάντα" nicht um die einst vom Sprecher gebrauchten Stimulanzien, sondern gerade um das handelt, was er sich nicht konsumtiv angeeignet hat.
Wenn man in der Exegese der Beckbyübersetzung allerdings das "sonst" als "darüber hinaus" verstehen wollte, stellte sich eben die Frage nach dem Gegensatz: Inwiefern sind dann die ὄλβια ("was sonst mich beglückte") und ὅσσ᾽ ἔφαγον τε καὶ ἔκπιον καὶ μετ᾽ ἐρώτων τέρπν᾽ ἐδάνην gegeneinander abgegrenzt?
Das beigebrachte Zitat aus der englischen Wikipedia hat eine der zahlreichen anderen Versionen der Inschrift zur Grundlage, es bezieht sich auf Arrians Anabasis 2, 5, 4 (σὺ δέ, ὦ ξένε, ἔσθιε καὶ πῖνε καὶ παῖζε, ὡς τἆλλα τὰ ἀνθρώπινα οὐκ ὄντα τούτο ἄξια).
Re: εἰς τὸν Σαρδανάπαλλον
Minoides schrieb am 09.03.2021 um 21:06 Uhr (Zitieren)
... "ἐδάην."
Re: εἰς τὸν Σαρδανάπαλλον
Γραικύλος schrieb am 10.03.2021 um 14:55 Uhr (Zitieren)
ἐδάνην --> ἐδάην
Wenn alles, was bleibt, die Erinnerung ist, ist mir die Hervorhebung des sinnlichen Genüsse immer noch rätselhaft.
"All those moments shall be lost in time like tears in rain."
Re: εἰς τὸν Σαρδανάπαλλον
Minoides schrieb am 10.03.2021 um 18:00 Uhr (Zitieren)
Ein Einwand, den nach dem Zeugnis Ciceros in ähnlicher Weise auch Aristoteles vorgebracht haben soll:
Christlicher Vorstellung genügt es nicht, die ewigwährende Aneignung aisthetischer Erfahrung zu leugnen. Es soll überdies ein Umschlag der Amoralität in eine olfaktorische Dauerbelästigung stattfinden.
Re: εἰς τὸν Σαρδανάπαλλον
Γραικύλος schrieb am 10.03.2021 um 18:26 Uhr (Zitieren)
Interessant: Ἑλληνικῶν θεραπευτικὴ παθημάτων.
Kannte ich nicht.