α β γ δ ε ζ η θ ι κ λ μ ν ξ ο π ρ ς σ τ υ φ χ ψ ω Α Β Γ Δ Ε Ζ Η Θ Ι Κ Λ Μ Ν Ξ Ο Π Ρ C Σ Τ Υ Φ Χ Ψ Ω Ἷ Schließen Bewegen ?
Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Die Sardellen-Entsühnung in der Plutarch-Version (377 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 04.03.2021 um 22:43 Uhr (Zitieren)
Plutarch, Numa 15, 3-6:
[...] Den Gipfel der Unwahrscheinlichkeit aber stellt die Geschichte von seiner [sc. des Numa] Unterredung mit Juppiter dar. Den Aventin, der noch kein Teil der Stadt und noch nicht besiedelt war, sondern reichlich sprudelnde Quellen und schattige Täler enthielt, pflegten zwei Dämonen, Picus und Faunus, zu besuchen, die im übrigen wohl dem Geschlecht der Satyrn und Pane zuzurechnen wären, aber durch ihre Arzneikunde und ihre Zaubermacht der Gottheit gegenüber ähnliche Künste übten wie die sogenannten Idäischen Daktylen der Griechen und in Italien umherzogen.

Sie brachte Numa in seine Gewalt, indem er die Quelle, aus der sie zu trinken pflegten, mit Wein und Honig mischte. Als sie gefangen waren, verwandelten sie sich auf mancherlei Weise, wechselten ihr Wesen und nahmen absonderliche, furchtbar anzusehende Gestalten an. Als sie aber merkten, daß sie fest und unentrinnbar gefangen waren, weissagten sie viele zukünftige Dinge und lehrten Numa die Blitzsühne, die noch jetzt mit Zwiebeln, Haaren und Sardellen geübt wird.

Einige sagen jedoch, nicht die Dämonen hätten Numa die Sühne gelehrt, sondern sie hätten durch Zauber Iuppiter herabgezogen, und der Gott habe Numa zornig befohlen, das Sühneopfer mit Köpfen zu vollziehen. „Von Zwiebeln?“ warf Numa ein. „Von Menschen“, erwiderte der Gott. Aber Numa, um wieder das Gefährliche in dem Befehl abzuwenden, fragte dazwischen: „-Haaren?“ Und als Iuppiter entgegnete: „lebendigen“, sagte Numa schnell: „Sardellen.“
So zu sprechen hatte Egeria ihn gelehrt. Der Gott entfernte sich versöhnt, und danach wurde der Ort Sühneort [ἱλήκιον] benannt, und das Sühneopfer wird in der beschriebenen Weise vollzogen.

(Plutarch: Große Griechen und Römer. Hrsg. v. Konrat Ziegler. 5 Bde.; Bd. 1, München 1979, S. 190 f.)

Laut Konrat Ziegler handelt es sich hier um eine verfehlte Etymologie des Iuppiter Elicius, dessen Beiname, von elicere „hervorlocken“ abgeleitet, vielmehr auf die Bittfeste Bezug hat, durch die man bei Dürren Regen herbeizurufen suchte.

Die Version ist eng an Valerias Antias angelehnt.
 
Antwort
Titel:
Name:
E-Mail:
Eintrag:
Spamschutz - klicken Sie auf folgendes Bild: Colosseum (Rom)

Aktivieren Sie JavaScript, falls Sie kein Bild auswählen können.