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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Die Kunst Homers (427 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 14.02.2021 um 17:58 Uhr (Zitieren)
Cesare Pavese: Das Handwerk des Lebens; 17. Februar 1936:
Es ist gut, wieder einmal mit Homer anzufangen. Worin besteht die Einheit seiner Dichtungen? Jedes Buch hat eine eigene Einheit der Empfindung, der Position, deretwegen man es, dem Zusammenhang und auch seiner Natur nach, als ein Ganzes liest. VIII. Buch der Odyssee: der Trost der Dichtung, des Tanzes, des Wettstreites; der Gesang, der goldene, heitere Mythos; der abermalige Sieg des edlen Lebens, in einer Oase von Freude und idealen Tränen. X. Buch der Odyssee: das Abenteuer, die Aufeinanderfolge von Hindernissen, das menschliche Weinen und das Hartwerden. III. Buch der Ilias: die schöne Frau und der Krieg um die Frau, und die verweichlichende Liebe. Und so fort. Dachte Homer an diese Definitionen, oder wer für ihn? Ich glaube es nicht; aber es ist aufschlußreich, daß das Buch, worin ganz Griechenland lebt, auf diese Art gemacht ist oder, was dasselbe ist, daß man es so interpretieren kann.

Aber geben wir acht. Der große Zauber der beiden Dichtungen ist die stoffliche Einheit ihrer Personen, die sich in diesen Weltbränden von Dichtung nach und nach entzündet. Wir haben also, schon vom ersten Beispiel großer planvoller Dichtung an, dieses doppelte Spiel: natürliches Sichentwickeln von Zufällen (die auch ohne Schaden doppelt oder halb so viele sein könnten) und aufeinanderfolgende, organische dichterische Erleuchtungen. Die Erzählung also, und die Dichtung. Die Vereinigung beider Elemente ist nicht mehr als Geschicklichkeit.

(Cesare Pavese: Das Handwerk des Lebens. Tagebuch 1935-1950. 2 Bde. Berlin (Ost) 1986; Bd. 1, S. 31)
 
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