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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Menschenopfer in der Antike #1 (406 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 13.02.2021 um 16:08 Uhr (Zitieren)
Porphyrios befaßt sich in seiner Abhandlung "Περὶ ἀποχῆς / De abstinentia" (II 54-56) damit.
54 [...] Auf Rhodos wurde im Monat Metageitnion, festgesetzt am sechsten Tag, ein Mann dem Kronos geopfert. Dieser lange Zeit herrschende Brauch wurde dann abgeändert. Sie behielten einen von denen, die von der Stadtgemeinde zum Tode verurteilt worden waren, im Gefängnis ein bis zur Zeit des Kronosfestes, und wenn das Fest da war, führten sie den Mann zu den Toren hinaus zur Stelle gegenüber dem Tempel der Aristoboulé, dort gaben sie dem Mann Wein zu trinken und töteten ihn dann.

Im heutigen Salamis, das früher einmal Koronis hieß, wurde zum Kyprienfest im Monat Aphrodision der Agraulos, Tochter des Kekrops, und der jungen Frau Agraulis ein Mann geopfert. Dieser Brauch hatte Bestand bis in die Zeiten des Diomedes; dann wurde er so geändert, daß der Mann dem Diomedes geopfert wurde. Unter einer einzigen Ringmauer liegen der Tempel der Athena, der Agraulos und der Diomedes. Der zur Tötung Bestimmte lief, von der Jungmannschaft geführt, dreimal um den Altar; dann stach der Priester mit einer Lanze ihn in die Kehle, und so verbrannte er ihn vollständig auf dem dazu angelegten Scheiterhaufen.

55 Diesen Brauch löste Diphilos, der König von Zypern, auf, der lebte zu Zeiten des gotteskundigen Seleukos; und er wandelte die Sitte in ein Rinderopfer um – denn der Dämon hatte ihm das Rind anstatt eines Menschen zulaufen lassen. So ist, was hier geschieht, gleichwertig.

Auch in der Stadt Heliopolis in Ägypten (geschah Entsprechendes): Dort löste Amosis das Gebot der Menschentötung auf, wie Manetho in seiner Schrift „Über Urzeit und Götterglaube“ bezeugt. Die Opfer wurden Hera gebracht, und sie wurden sorgfältig ausgesucht wie die erlesenen makellosen Jungstiere und die mit dem gleichen Siegel versehenen. Geopfert wurden des Tages drei; und Amosis erließ die Weisung, statt ihrer solle man an genauso vielen aus Wachs die Tötungshandlung vollziehen.

Auf Chios opferten sie dem Dionysos Omadios einen Mann, indem sie ihn zerrissen, und so auf Tenedos auch, wie Euelpis von Karystos sagt. Indessen auch von den Lakedaimoniern sagt Apollodor , sie bringen dem Ares einen Mann zum Opfer.

- Aristoboulé von Rhodos: vermutlich ein Artemis-Tempel
- Salamis: Manche Angaben im folgenden Abschnitt verweisen auf die Insel vor Athen, manche auf die Stadt Salamis auf Zypern.
- Diomedes: Diese Namen kann keinem aus der Antike bekannten Diomedes zugeordnet werden.
- Seleukos: Dies paßt nur auf den Grammatiker Seleukos von Alexandrien (Ὁμηρικός, 1. Hälfte des 1. Jhdts. u.Z.), unter dessen Kommentar-Werken sich auch eines „Über Götter“ befindet.
- Manetho: Angehöriger der Priesterkaste von Heliopolis, Verfasser einer Geschichte Ägyptens (3. Jhdt. v.u.Z.)
- Dionysos Omadios: der Rohes Fressende
- Euelpis von Karystos: Autor nicht zu ermitteln
- Apollodor: Hier könnte der Komödiendichter Apollodor von Karystos (3. J h dt. v.u.Z.) gemeint sein und Porphyrios etwas durcheinander gebracht haben.
 
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