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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
orationis aureum fundens (598 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 17.12.2020 um 15:41 Uhr (Zitieren)
Cicero: Lucullus 119:
Aus diesen Philosophen wird also Euer Weiser, so vermute ich, einen bestimmten auswählen, dem er folgt; die übrigen so zahlreichen und bedeutenden Männer werden, von ihm zurückgewiesen und verworfen, das Feld räumen.

Doch welche Ansicht er auch immer billigen wird, er wird sie durch seine Vernunft so erfaßt haben wie das, was er durch seine Sinne erfaßt [quamcumque vero sententiam probaverit eam sic animo conprehensam habebit ut ea quae sensibus]; er wird dem Satz „Jetzt ist es hell“ genauso zustimmen wie dem anderen Satz – da er ein Stoiker ist –, diese Welt sei weise und besitze eine Vernunft, die sich selbst und die Welt geschaffen habe und alles im Maß halte, bewege und leite [hunc mundum esse sapientem, habere mentem quae et se et ipsum fabricata sit et omnia moderetur moveat regat]. Er wird auch davon überzeugt sein, daß die Sonne, der Mond, die Sterne alle, die Erde und das Meer Götter sind, weil irgendeine belebende Vernunft all dies durchfließt und durchdringt [erit ei persuasum etiam solem lunam stellas omnes terram mare deos esse, quod quaedam animalis intelligentia per omnia ea permanet et transeat]; dennoch werde eines Tages diese ganze Welt in Flammen aufgehen [fore tamen aliquando ut omnis hic mundus ardore deflagret].

Dies alles mag wahr sein (Du siehst also, daß ich jetzt zugestehe, es gebe etwas Wahres), daß es aber erfaßt und begriffen werden könne, leugne ich [conprehendi ea tamen et percipi nego].

Denn kaum hat Dir dieser Dein stoischer Weiser diese Lehre Wort für Wort hergesagt, kommt, seinen goldenen Redefluß verströmend [orationis aureum fundens], Aristoteles daher und erklärt, jener sei verrückt: Denn diese Welt sei niemals entstanden, weil ein so herrliches Werk niemals zu irgendeiner Zeit habe geplant und dann in Gang gesetzt werden können [neque enim ortum esse umquam mundum, quod nulla fuerit novo consilio inito tam praeclari operis inceptio]; sie sei auf allen Seiten so wohlgefügt, daß keine Kraft in der Lage sei, so gewaltige Bewegungen und eine solche Veränderung zustande zu bringen; auch sei es unmöglich, daß dieser Kosmos im Laufe der Zeit altere und schließlich verfalle und untergehe [nulla senectus diuturnitate temporum existere ut hic ornatus umquam dilapsus occidat]. [...]

(Cicero: Hortensius – Lucullus – Academici Libri. Hrsg. v. Laila Straume-Zimmermann / Ferdinand Broemser / Olof Gigon. Darmstadt 1990, S. 236-239)
 
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