Γραικύλος schrieb am 14.12.2020 um 16:16 Uhr (Zitieren)
Re: Caesar non supra grammaticos
filix schrieb am 14.12.2020 um 17:09 Uhr (Zitieren)
Der Schlüsselsatz der Anekdote aus Sueton, die ich vor Jahren einmal im Lateinforum vorgestellt habe, lautet, wie ich vor einiger Zeit beim Schmökern feststellte, in der Tusculum-Ausgabe „tu enim, Caesar, civitatem dare potes hominibus, verba non potes“ und wird auch so übersetzt. Der Caesar kann also den Menschen das Bürgerrecht verleihen, aber (ihnen) nicht Wörter. Textkritische Angaben fehlen dazu leider, dass die Pointe leidet, ist jedoch offensichtlich.
Re: Caesar non supra grammaticos
Γραικύλος schrieb am 14.12.2020 um 18:04 Uhr (Zitieren)
Hm. Interessant. Der Dativ steht allerdings auch bei Cassius Dio.
Re: Caesar non supra grammaticos
Γραικύλος schrieb am 14.12.2020 um 18:28 Uhr (Zitieren)
Was sagt denn die Teubner-Ausgabe?
Re: Caesar non supra grammaticos
filix schrieb am 14.12.2020 um 20:41 Uhr (Zitieren)
Die besitze ich nicht, ebensowenig die maßgebliche neuere kritische Ausgabe von Robert A. Kaster (1992/95), in der per Snippet zu lesen steht: „As virtually all editors agree, the archetype's verba must be corrupt: the choice lies between to conjectures, H's verbo (adopted by editors since Osann) and Faernus' verbis (the vulgate before Osann).“ Acumen salvum.
Re: Caesar non supra grammaticos
Γραικύλος schrieb am 14.12.2020 um 23:06 Uhr (Zitieren)
Verbo oder verbis, der Dativ also.
Die Teubner-Ausgabe habe ich mir bestellt.
Formulierungen wie "die maßgebliche neuere kritische Ausgabe" machen mich nervös, weil sie mich daran gemahnen, daß nicht einmal in der Erforschung der Antike die Zeit stillsteht. Aber das ist mein Problem bzw. das meines Alters.
Re: Caesar non supra grammaticos
Minoides schrieb am 15.12.2020 um 11:36 Uhr (Zitieren)
Gibt es die überhaupt? Ich habe nur den ersten Band der Ihm-Edition von 2003 (Nachdruck der Ausgabe von 1933), der nur die Kaiserviten beinhaltet. Enthalten ist das Grammatiker-Buch aber auf jeden Fall im aktuellen (2016), ebenfalls von Kaster erstellten OCT-Sueton.
Aber unabhängig von der Überlieferung wird die Konjektur zum Dativ ja durch die angeführte Parallelstelle bei Cassius Dio gestützt und passt auch ganz gut zu et esse illud Latinum, et si non esset, futurum certe iam inde (auch wenn die civitas nicht Latina, sondern Romana war).
Re: Caesar non supra grammaticos
Γραικύλος schrieb am 15.12.2020 um 13:15 Uhr (Zitieren)