Γραικύλος schrieb am 16.11.2020 um 11:44 Uhr (Zitieren)
In einem Literaturforum habe ich das auf Altgriechisch verfaßte Gedicht eines lebenden Autors gefunden:
Der Autor nennt sich im Rahmen des dortigen Forums Roger-Bôtan und hat der Veröffentlichung hier zugestimmt. Vermutlich freut er sich über Rückmeldungen.
Γραικύλος schrieb am 16.11.2020 um 14:03 Uhr (Zitieren)
Der Autor macht mich darauf aufmerksam, daß in der vorletzten Zeile zwei Akzente falsch gesetzt sind: τετμηκέναι, βεβληκέναι muß es heißen.
Re: Ein neues altgriechisches Gedicht
Johannes schrieb am 16.11.2020 um 14:28 Uhr (Zitieren)
Wer wagt sich an eine Übersetzung oder Übertragung?
Re: Ein neues altgriechisches Gedicht
Minoides schrieb am 16.11.2020 um 14:50 Uhr (Zitieren)
In Bezug auf die Akzente müsste auch bei "Οὔκ ἐστι" und bei "εἴμ’ ἐγὼ" nachgebessert werden. Wenn als Metrum der iamb. Trimeter intendiert war, gäbe es da auch noch einiges zu tun.
Re: Ein neues altgriechisches Gedicht
Γραικύλος schrieb am 16.11.2020 um 15:23 Uhr (Zitieren)
(Aristoteles: Poetik 1449a 24-28)
Re: Ein neues altgriechisches Gedicht
Γραικύλος schrieb am 16.11.2020 um 15:43 Uhr (Zitieren)
Noch ein Hinweis zur Gestaltung eines iambischen Trimeters:
(Dietmar Korzneniewski: Griechische Metrik. Darmstadt 1968, S. 45)
Οὐκ ἔστι ist tatsächlich richtiger. My bad. Ευχαριστώ πολύ (das war Neugriechisch).
Das mit εἴμ' ἐγὼ, da habe ich wohl alles richtig akzentuiert, vgl.
κούρη δ' εἴμ' Ἀρύβαντος ἐγὼ ῥυδὸν ἀφνειοῖο (Od. 15, 426)
κατόπτης δ' εἴμ' ἐγὼ τῶν πραγμάτων (Αἴσχυλος, ΕΠΤΑ ΕΠΙ ΘΗΒΑΣ, 41)
Re: Ein neues altgriechisches Gedicht
Γραικύλος schrieb am 16.11.2020 um 16:38 Uhr (Zitieren)
εἴμ' ἐγὼ --> εἴμ' ἐγώ (anders als bei Aischylos: am Satzende!)
Re: Ein neues altgriechisches Gedicht
Minoides schrieb am 16.11.2020 um 19:15 Uhr (Zitieren)
Ja, bei der Betonung von εἴμ' habe ich mich geirrt.
Beim iambischen Trimeter (wenn es denn einer sein soll) bezog sich mein Einwand darauf, dass an der Stelle, wo im iambischen Metrum stets eine Kürze stehen sollte (2. Senkung), sich bei dir oft eine lange Silbe findet.
OK, ich übersetze es, aber nicht diese Variante, die in den Sondermüll gehört. Die aktuelle Fassung lautet folgendermaßen (die wird sich wahrscheinlich noch mehrmals ändern):
Viele Veränderungen geschehen überall auf dieser schwarzen Erde und darunter. Keiner der Sterblichen bleibt unverändert. Fürwahr, ich heiße heute so, wie ich vorher geheißen hatte, doch bin ich jetzt nicht der gleiche wie gestern; nie blieb ich lange derselbe und der gleiche, denn meine Natur und mein Geist sich verändern. Bei Zeus, wie viele Tote habe ich tatsächlich von diesem (meinem) Körper abgetrennt und den Raben hingeworfen! Denn ich will, dass es mir gut geht und dass ich lange das Licht (des Lebens) sehen kann.