Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Die Brücken-Griechen (644 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 14.11.2020 um 13:13 Uhr (
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Im westeuropäischen Mittelalter waren die Griechischkenntnisse ja verschwunden.
Es bedurfte etlicher Griechen, die sich aus dem untergehenden Reich von Byzanz nach Westen absetzten, um dort, mit dem Schwerpunkt Italien, das Griechische an Humanisten zu vermitteln.
Jacob Burckhardt nennt in "Die Kultur der Renaissance in Europa" (Kapitel: Die Wiedererweckung des Altertums) einmal einige Namen:
Manuel und Johannes Chrysoloras
Georg von Trapezunt
Johannes Argyropulos
Theodor Gaza
Demetrios Chalcondylas
Theophylos und Basilios Chalcondylas (Söhne des D.)
Andronikos Kallistos
Markos Musuros
Familie Lascaris
Dazu kam dann noch, daß einige Humanisten Hebräisch und Arabisch lernten.
Re: Die Brücken-Griechen
Marcella schrieb am 15.11.2020 um 09:35 Uhr (
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Interessant als Vermittler ist auch der Kardinal Bessarion aus Trapezunt.
Re: Die Brücken-Griechen
filix schrieb am 15.11.2020 um 10:00 Uhr (
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Re: Die Brücken-Griechen
Minoides schrieb am 15.11.2020 um 11:43 Uhr (
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Nicht zu vergessen Wilhelm von Moerbekes Aristotelesübersetzung.
Re: Die Brücken-Griechen
filix schrieb am 15.11.2020 um 12:51 Uhr (
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Die im Hoch- und Spätmittelalter auch nicht alleine steht. Neben Iacobus Veneticus (um 1140), dem ersten bedeutenden Übersetzer aristotelischer Werke nach Boethius, Henricus Aristippus (
gest.1162), der den Almagest und den Phaidon übersetzte, Robert Grosseteste (1168 - 1253), der Aristoteles, Pseudo-Dionysius (Areopagita), Johannes von Damaskus ins Lateinische brachte, oder Bartholomaeus de Messina (Aristoteles, Pseudo-Aristoteles) gab es noch zahlreiche Anonymi.
Re: Die Brücken-Griechen
Γραικύλος schrieb am 15.11.2020 um 13:41 Uhr (
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Gut, gut. Der Sieg ist euer.
Ich kannte natürlich einen Fall (den ich als eine die Regel bestätigende Ausnahme gewertet habe), der hier noch gar nicht genannt worden ist: Kaiser Otto II. hat eine byzantinische Prinzessin geheiratet: Theophanou.
Ob deren Sohn seine Muttersprache gelernt hat?
Ob Theophanou irgendeinen literarischen Einfluß in ihrer neuen Heimat hatte?
Re: Die Brücken-Griechen
filix schrieb am 18.11.2020 um 11:15 Uhr (
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Die Forschung nimmt an, dass Otto III. auch von seinen Lehrern Bernward, Johannes Philagathos, der aus Kalabrien stammte, aber griechische Wurzeln hatte und später als Gegenpapst in Ungnade fiel, schwer verstümmelt und öffentlich gedemütigt wurde, und Gerbert von Aurillac, der die Anlage des Zöglings zur Graecisca subtilitas entfalten sollte, Griechischunterricht erhalten hat.