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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Venusia: Ein kleines Cannae für die Römer #2 (468 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 02.11.2020 um 16:20 Uhr (Zitieren)
Livius fährt fort:
Der Militärtribun A. Manlius wurde getötet, und von den beiden Befehlshabern der Bundesgenossen wurde M‘. Aulius niedergehauen. L. Arrenius geriet in Gefangenschaft. Auch fünf Liktoren kamen lebend in die Hand der Feinde. Die übrigen wurden entweder getötet oder entkamen mit dem Konsul. 43 Reiter fielen im Kampf oder auf der Flucht, 18 gerieten in Gefangenschaft. Man hatte auch im Lager stürmisch verlangt, den Konsuln zu Hilfe zu eilen, da sahen sie den Konsul und den Sohn des anderen Konsuls verwundet mit den wenigen Überlebenden des unglückseligen Unternehmens auf das Lage zukommen.

Der Tod des Marcellus war auch in anderer Hinsicht beklagenswert, vor allem aber, weil er im Widerspruch zu seinem Alter – er war ja schon über 60 Jahre alt – und zu der Klugheit eines alten Heerführers so unvorsichtig sich und seinen Kollegen und fast den ganzen Staat in Gefahr gebracht hatte [tam improvide se collegamque et prope totam rem publicam in praeceps dederat]. –

Ich müßte bei dem einen Gegenstand viele Abschweifungen machen, wenn ich das, worin die Quellen über den Tod des Marcellus voneinander abweichen, alles erörtern wollte. Um andere zu übergehen, Coelius*) bietet eine dreifache Überlieferung des Ereignisses: eine von Mund zu Mund weitergegebene [unam traditam fama], eine zweite schriftlich vorliegende in der Lobrede des Sohnes, der bei dem Ereignis zugegen war, und eine dritte, die er selbst als Ergebnis seines Nachforschens bringt; die Überlieferung schwankt zwar, aber nur soweit, daß doch die meisten berichten, er sei, um das Gelände zu erkunden, aus dem Lager herausgeritten, alle aber, er sei in einen Hinterhalt geraten.

28 Hannibal glaubte, den Feinden sei durch den Tod des einen Konsuls und die Verwundung des anderen ein großer Schrecken eingejagt worden; um sich keine Gelegenheit entgehen zu lassen, verlegte er sein Lager sogleich auf den Hügel, auf dem der Kampf stattgefunden hatte. Dort fand er den Leichnam des Marcellus und ließ ihn begraben.

Crispinus, durch den Tod seines Kollegen und durch seine eigene Verwundung erschreckt, brach in der Stille der folgenden Nacht auf und schlug auf den nächsten Bergen, die er erreichte, an einer hohen und nach allen Seiten hin sicheren Stelle sein Lager auf.

Dann strengten beide Heerführer ihren Scharfsinn an, der eine, um eine Täuschung vorzunehmen, der andere, um sie zu verhindern. Hannibal hatte zugleich mit dem Leichnam des Marcellus seinen Ring in die Hand bekommen. Crispinus befürchtete, durch Irreführung mit diesem Siegel werde der Punier eine List ersinnen, und hatte daher zu den nächsten Gemeinden ringsum Boten geschickt, sein Kollege sei gefallen und der Feind habe dessen Ring in die Hand bekommen; sie sollten einem Brief, der im Namen des Marcellus abgefaßt sei, keinen Glauben schenken.
[...]

(Livius: Römische Geschichte. Buch XXVII-XXX. Lateinisch-deutsch ed. Hans Jürgen Hillen. Darmstadt o.J., S. 96-103)

*) der römische Annalist Coelius Antipater, dessen Werk nur in Bruchstücken erhalten ist


 
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