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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Warnung vor dem Alter (710 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 02.11.2020 um 00:13 Uhr (Zitieren)
μηδείς ποθ' ὑμῶν, ἄνδρες, ἐπιθυμησάτω
γέρων γενέσθαι. περινοησάτω δ'
ὅπως νέος ὢν ἀγαθόν τι τῇ ψυχῇ παθὼν
ὥρᾳ καταλύσῃ μηδ' ἀγόμφιόν ποτε
αἰῶνα τρίψει.

Gentlemen, let none of you ever desire to become an old man, but consider carefully how to end your life at the right time, while you are still young and enjoying your life, and how not to live on to a toothless time of life.

(Fragment des Komödiendichters Diokles, das keinem bestimmten Werk zugeordnet werden kann; LCL 513, pp. 448 sq.)
Re: Warnung vor dem Alter
Marcella schrieb am 02.11.2020 um 14:17 Uhr (Zitieren)
Das wäre Autonomie. Jens Spahn will aber genau das verhindern.
Re: Warnung vor dem Alter
Andreas schrieb am 02.11.2020 um 15:02 Uhr (Zitieren)
Re: Warnung vor dem Alter
Γραικύλος schrieb am 02.11.2020 um 16:58 Uhr (Zitieren)
Bedenkenswert und durchaus im Sinne des Diokles, was Nietzsche dazu schreibt (Also sprach Zarathustra: Vom freien Tode):
Viele sterben zu spät, und Einige sterben zu früh. Noch klingt fremd die Lehre: „Stirb zur rechten Zeit!“
Stirb zur rechten Zeit: also lehrt es Zarathustra.
Freilich, wer nie zur rechten Zeit lebt, wie sollte der je zur rechten Zeit sterben? Möchte er doch nie geboren sein! – Also rathe ich den Überflüssigen.
Aber auch die Überflüssigen thun noch wichtig mit ihrem Sterben, und auch die hohlste Nuss will noch geknackt sein.
Wichtig nehmen Alle das Sterben: aber noch ist der Tod kein Fest. Noch erlernten die Menschen nicht, wie man die schönsten Feste weiht.
Den vollbringenden Tod zeige ich euch, der den Lebenden ein Stachel und ein Gelöbnis wird.
Seinen Tod stirbt der Vollbringende, siegreich, umringt von Hoffenden und Gelobenden.
Also sollte man sterben lernen; und es sollte kein Fest geben, wo ein solcher Sterbender nicht der Lebenden Schwüre weihte!
Also zu sterben ist das Beste; das Zweite aber ist: im Kampfe zu sterben und eine grosse Seele zu verschwenden.
Aber dem Kämpfenden gleich verhasst wie dem Sieger ist eure grinsender Tod, der heranschleicht wie ein Dieb – und doch als Herr kommt.
Meinen Tod lobe ich euch, den freien Tod, der mir kommt, weil ich will.
Und wann werde ich wollen? – Wer ein Ziel hat und einen Erben, der will den Tod zur rechten Zeit für Ziel und Erben.
Und aus Ehrfurcht vor Ziel und Erben wird er keine dürren Kränze mehr im Heiligthum des Lebens aufhängen.
Wahrlich, nicht will ich den Seildrehern gleichen: sie ziehen ihren Faden in die Länge und gehen dabei selber immer rückwärts.
Mancher wird auch für seine Wahrheiten und Siege zu alt; ein zahnloser Mund hat nicht mehr das Recht zu jeder Wahrheit.
Und Jeder, der Ruhm haben will, muss sich beizeiten von der Ehre verabschieden und die schwere Kunst üben, zur rechten Zeit zu - gehn.
Man muss aufhören, sich essen zu lassen, wenn man am besten schmeckt: das wissen Die, welche lange geliebt werden wollen.
Saure Äpfel gibt es freilich, deren Loos will, dass sie bis auf den letzten Tag des Herbstes warten: und zugleich werden sie reif, gelb und runzelig.

Re: Warnung vor dem Alter
Aristoteles schrieb am 03.11.2020 um 09:45 Uhr (Zitieren)
Das Problem ist: Wann ist die rechte Zeit?
Nach welchen Kriterien soll man sie definieren?

Im wahren Leben weiß man meist erst hinterher,
dass man den Kairos verpasst hat.
Re: Warnung vor dem Alter
mungomarkuf schrieb am 03.11.2020 um 10:13 Uhr (Zitieren)
Halt die Schnauze, viator/amicus62, verpisssss dich
Re: Warnung vor dem Alter
Γραικύλος schrieb am 03.11.2020 um 14:06 Uhr (Zitieren)
Die Kriterien findet man in sich selbst, in der Bestimmung dessen, was für das eigene Leben essentiell ist. Geht das unwiederbringlich verloren, ist der Zeitpunkt da.

Von außen ist das schwer zu beurteilen, auch wenn ich vermute, daß Gerd Müller (wird heute 75) den Zeitpunkt verpaßt hat.
Re: Warnung vor dem Alter
Marcella schrieb am 04.11.2020 um 18:37 Uhr (Zitieren)
Ausführlich zum Thema wird Seneca im 70. Brief an Lucilius.
 
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