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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Diodor über Dionysos #3 (503 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 26.10.2020 um 18:30 Uhr (Zitieren)
Im allgemeinen berichten die Mythen, daß die Götter, die von den Menschen den größten Beifall erfahren, jene sind, die sich in ihren Wohltaten bei der Entdeckung von guten Dingen besonders hervorgetan haben, nämlich Dionysos und Demeter; der erstere, weil er der Entdecker des angenehmsten Trankes wurde, die letztere, weil sie dem Menschengeschlechte das beste aller trockenen Nahrungsmittel zukommen ließ.

4. Einige Mythenerzähler berichten aber, daß es auch noch einen zweiten Dionysos – lange Zeit vor dem Erstgenannten – gegeben habe; denn ihrer Behauptung nach stammt von Zeus und Persephone ein Dionysos ab, der von einigen Sabazios genannt werde. Dessen Geburt, Opfer und Ehrungen begehen sie zur nächtlichen Stunde und in Heimlichkeit – wegen des Anstoßes, der seinen Grund in der Begegnung beider Geschlechter hat [διὰ τὴν αἰσχύνην τὴν ἐκ τῆς συνουσίας ἐπακολουθοῦσαν].

Sie sagen auch, daß Dionysos sich durch Scharfsinn auszeichnete und als erster daran ging, Ochsen ins Joch zu spannen und mit deren Hilfe die Aussaat des Getreides zu bewerkstelligen. Aus diesem Grunde versehen sie ihn auch mit Hörnern [ἀφ‘ οὗ δὴ καὶ κερατίαν αὐτὸν παρεισάγουσι].

Jener Dionysos hingegen, der in neuerer Zeit von Semele geboren wurde, soll nach ihrer Aussage einen üppigen und ganz weichlichen [τρυφερὸν καὶ παντελῶς ἁπαλόν] Körper besessen haben; doch zeichnete er sich an Schönheit weit vor allen anderen aus und war den Freuden der Liebe ganz ergeben [καὶ πρὸς τὰς αφροδισιακὰς ἡδονὰς εὐκατάφορον γεγονέναι]. Auf seinen Feldzügen führte er eine Menge Frauen mit sich, die mit Lanzen, gestaltet wie Thyrsosstäbe, bewaffnet waren.

Man sagt auch, daß Dionysos bei seinen Reisen von den Musen begleitet wurde, Jungfrauen mit einer ungewöhnlich feinen Ausbildung. Diese erfreuten mit Gesängen und Tänzen und auch noch anderen Fertigkeiten, in denen sie unterwiesen waren, das Herz ihres Gottes. Im übrigen berichtet man, daß Dionysos auf seinen Feldzügen auch von einem Erzieher und Aufwärter begleitet wurde, dem Silenos, seinem Ratgeber und Lehrer in den edelsten Tätigkeiten, der zu Leistung und Ruhm des Dionysos bedeutend beitrug.

In den Schlachten während seiner Kriege war der Gott ausgestattet mit kriegerischen Waffen sowie mit Pantherfellen, während er bei friedlichen Versammlungen und Festen blumige und weichlich-luxuriöse Gewänder trug. Des weiteren soll Dionysos, um sich vor Kopfschmerzen zu schützen, welche sich infolge allzu reichlichen Weingenusses bei Trinkern einstellen, sein Haupt mit einem Band [μίτρᾳ] umschlungen haben; man nennt ihn deshalb auch Mitrephoros [μιτρηφόρος]. Und dieses Band war es, wie man sagt, das späterhin bei den Königen als Diadem eingeführt wurde.

Er soll auch den Beinamen Dimetor [Διμήτωρ] erhalten haben, weil die zwei Dionysoi wohl von einem Vater, jedoch von zwei Müttern stammten. Geerbt aber hat, wie es heißt, der Jüngere auch die Taten des Älteren. So kamen die Menschen der späteren Zeit, die nicht von der Wahrheit wußten, sich vielmehr von der Gleichheit ihrer Namen täuschen ließen, zu der Auffassung, es habe nur einen einzigen Dionysos gegeben.

5. [...] Zweigestaltig dachte man sich ihn, da es eben zwei Dionysoi gab, den alten Dionysos mit langem Bart - alle Menschen der früheren Zeit trugen nämlich lange Bärte – und den jüngeren, einen blühenden, weichlichen und jungen Mann, wie ich schon zuvor gesagt habe.

[i](IV 3, 5 - 5, 2]
 
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