α β γ δ ε ζ η θ ι κ λ μ ν ξ ο π ρ ς σ τ υ φ χ ψ ω Α Β Γ Δ Ε Ζ Η Θ Ι Κ Λ Μ Ν Ξ Ο Π Ρ C Σ Τ Υ Φ Χ Ψ Ω Ἷ Schließen Bewegen ?
Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Caesar über Eroberungen (448 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 25.10.2020 um 12:33 Uhr (Zitieren)
Vor der im Zuge der Eroberung Galliens stattfindenden Schlacht gegen Ariovist im Jahre 58 v.u.Z. hält Caesar seinen verzagenden Soldaten eine lange, aufmunternde Rede. Darin heißt es gemäß dem Bericht des Cassius Dio (XXXVIII 38, 1; 40, 1-3):
[...]
Die späteren Römer und unsere eigenen Väter haben gleichfalls – ihren Vorfahren nacheifernd [πατέρες ἡμῶν ζηλώσαντες] – in ihrem augenblicklichen Besitzstand nicht Genüge gefunden und sich mit dem Erbe zufriedengegeben, sondern Untätigkeit [ῥᾳστώνη] für ihren sicheren Untergang, harte Arbeit [ταλαιπωρία] hingegen für ihre bestimmte Rettung gehalten. Sie fürchteten, Besitztümer, die nicht zunähmen, würden von selbst dahinschwinden und sich durch das Alter aufzehren [φοβηθέντες μὲν μὴ μείναντα αὐτὰ ἐφ‘ ἑαυτῶν κατατριφθείη καὶ καταγηράσειεν], und sie schämten sich, wenn sie ein so gewaltiges Erbe empfingen und ihm nichts hinzufügten, weshalb sie dann noch viel zahlreichere und größere Eroberungen machten.
[...]

Denn selbst wenn ein Gott sich uns verbürgen wollte, daß niemand gegen uns, falls wir nichts dergleichen täten, Böses planen werde und wir uns stets in Sicherheit all unseres erworbenen Besitzes erfreuen könnten, wäre es doch eine Schande zu erklären, daß wir Ruhe halten müßten; diejenigen freilich, die sich jeder Pflicht entziehen sollen, hätten eine feine Art von Entschuldigung.

Indes, wenn es tatsächlich nicht zu vermeiden ist, daß Menschen, die etwas ihr eigen nennen, mit der Bedrohung durch viele rechnen müssen [εἰ δ‘ ἀνάγκη τε τοὺς κεκτημένους τινὰ ὑπὸ πολλῶν ἐπιβουλεύεσθαι] und es Pflicht ist, ihren Angriffen zuvorzukommen [καὶ προσήκει τὰς ἐπιθέσεις αὐτῶν προκαταλαμβάνεσθαι], wenn ferner jene, die sich in Ruhe ihren Gütern widmen, selbst um deren Verlust zu bangen haben, während andere, die aus Überlegenheit [ἐκ περιουσίας] sich des Kriegs zum Erwerb auch fremden Besitzes bedienen und dabei ihr bisheriges Eigentum bewahren können – denn niemand, der um die eigene Habe fürchtet, begehrt die seines Nachbarn; die Sorge um den schon vorhandenen Besitz schreckt ihn ja mächtig von der Einmischung in fremde Dinge ab –, (wenn alle diese Beobachtungen stimmen,) wie kann dann jemand behaupten, wir dürften nicht fortwährend Neuerwerbungen machen?

(Cassius Dio: Römische Geschichte. Herausgegeben von Otto Veh. 5 Bde. Zürich/München 1987; Bd. 2, S. 141; 143 f.)
 
Antwort
Titel:
Name:
E-Mail:
Eintrag:
Spamschutz - klicken Sie auf folgendes Bild: Küste

Aktivieren Sie JavaScript, falls Sie kein Bild auswählen können.