α β γ δ ε ζ η θ ι κ λ μ ν ξ ο π ρ ς σ τ υ φ χ ψ ω Α Β Γ Δ Ε Ζ Η Θ Ι Κ Λ Μ Ν Ξ Ο Π Ρ C Σ Τ Υ Φ Χ Ψ Ω Ἷ Schließen Bewegen ?
Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Cicero und Cicerone (627 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 23.10.2020 um 16:59 Uhr (Zitieren)
Die Bezeichnung "Cicerone" für einen Reiseführer hat ihre wohl berühmteste Verwendung in Jacob Burckhardts "Der Cicerone. Eine Anleitung zum Genuß der Kunstwerke Italiens". Immer noch lesenswert.

Doch was hat der Cicerone mit M. Cicero zu tun, der ja nicht als Reiseführer hervorgetreten ist? Oder hat sein Bruder Quintus mit Freude Fremden die Schönheiten der Stadt Rom gezeigt?
Re: Cicero und Cicerone
Andreas schrieb am 23.10.2020 um 17:34 Uhr (Zitieren)
Cicerone ist eine Bezeichnung für einen Fremdenführer, der Touristen und Besucher zu Museen, Sehenswürdigkeiten usw. führt und archäologische, historische und künstlerische Hintergründe erläutert. Vermutlich soll der Begriff an Marcus Tullius Cicero erinnern, der wegen seiner Eloquenz und seiner Lehrmethoden berühmt ist.

(wikipedia)
Re: Cicero und Cicerone
Leo schrieb am 24.10.2020 um 14:15 Uhr (Zitieren)
Warum sehen die Namen vieler Autoren und historischer Persönlichkeiten der Antike im Italienischen eigentlich aus wie Übernahmen der lateinischen Ablative (Cicerone, Ovidio, Caesare, Nerone ...)?
Re: Cicero und Cicerone
Γραικύλος schrieb am 24.10.2020 um 16:12 Uhr (Zitieren)
Ich habe mal eine Romanistin (Hauptfach Italienisch) danach gefragt; mal sehen, was sie antwortet.
Re: Cicero und Cicerone
Γραικύλος schrieb am 24.10.2020 um 17:42 Uhr (Zitieren)
Daß es so ist, konnte sie bestätigen; warum es so ist, weiß sie nicht.

Re: Cicero und Cicerone
Γραικύλος schrieb am 24.10.2020 um 18:54 Uhr (Zitieren)
So ganz sicher ist die Herleitung Cicero --> Cicerone dann wohl nicht.
Re: Cicero und Cicerone
filix schrieb am 24.10.2020 um 19:48 Uhr (Zitieren)
Vermutung: Das Italienische realisiert die Kasus ja nicht mehr flexionsmorphologisch, sodass die lateinischen Ablativendungen diese morphologische Funktion bei der Übernahme verlieren. Sie bieten dabei aber im Unterschied zu anderen Kasus den Vorteil, dass die dabei auftretenden Endvokale mit den typischen Endvokalen der italienischen Nomina übereinstimmen (-o, -e, -a) und auch (unter Berücksichtigung aller Ausnahmen) mit der Genuszuweisung (-o meist m., -e m oder f., -a meist f.) harmonieren. Um die Systematik nicht zu stören, wird dann auch bei solchen antiken Eigennamen, die schon z.B. im Nominativ besagte Vorteile böten, auf den Ablativ zurückgegriffen. Daher Cicerone, nicht Cicero. Dass -one überdies ein Augmentativsuffix ist, scheint nicht zu stören.
Re: Cicero und Cicerone
filix schrieb am 24.10.2020 um 20:11 Uhr (Zitieren)
Das Deutsche hingegen, an Wildwuchs der Deklinationsklassen und den Umstand gewöhnt, dass aus der Endung das Genus sich nur sehr bedingt ableiten lässt, verdaut, hat es einmal von der Gepflogenheit, die lat. Deklinationsparadigmen zu integrieren („Man liset den Vergilium“) Abstand genommen, nahezu beliebige Endlaute: Horaz, Ovid, Martial, Cicero, Tibull ...
Re: Cicero und Cicerone
Γραικύλος schrieb am 25.10.2020 um 11:24 Uhr (Zitieren)
Diese Erklärung klingt einleuchtend.
 
Antwort
Titel:
Name:
E-Mail:
Eintrag:
Spamschutz - klicken Sie auf folgendes Bild: Reiterstatue

Aktivieren Sie JavaScript, falls Sie kein Bild auswählen können.