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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Die zwiefach zerstörte Stadt #1 (473 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 06.10.2020 um 16:23 Uhr (Zitieren)
Diodorus Siculus (XII 9 f.) berichtet:
9 [...] In Italien aber kam es zur Gründung von Thurioi, wobei folgende Gründe mitspielten: In den vorausgehenden Zeiten hatten die Griechen in Italien die Stadt Sybaris gegründet, die dank der Fruchtbarkeit ihres Bodens einen raschen Aufschwung nahm;
lag doch die Stadt zwischen zwei Flüssen, dem Krathis und dem Sybaris, von dem sie ihren Namen erhielt, und so konnten die Einwohner, die ein ausgedehntes und fruchtbares Land bebauten, große Reichtümer erwerben. Und da sie an viele das Bürgerrecht verliehen, erreichten sie schließlich eine derartige Ausdehnung, daß man den Eindruck gewann, sie hielten bei weitem die Spitze unter den Einwohnern Italiens; in der Tat zeichneten sie sich durch die Masse ihrer Bevölkerung derart aus, daß die Stadt dreihunderttausend Bürger umfaßte.

Nun trat unter ihnen ein Volksführer mit Namen Telys auf, der gegen die führenden Persönlichkeiten Anklage erhob und die Sybariten dazu brachte, die fünfhundert reichsten Bürger in die Verbannung zu schicken und ihr Vermögen einzuziehen.

Als sich nun die Flüchtlinge nach Kroton begaben und bei den Altären auf dem Marktplatz Schutz suchten, schickte Telys Gesandte zu den Krotoniaten, mit der Botschaft an sie, entweder die Flüchtlinge auszuliefern oder einen Krieg zu riskieren. Daraufhin trat eine Volksversammlung zusammen, der man die Frage vorlegte, ob man die Schutzsuchenden den Sybariten ausliefern oder Krieg gegen die überlegenen Feinde beginnen sollte. Rat und Volk waren sich über das weitere Vorgehen im unklaren. Zunächst neigte aus Angst vor dem Kriege die Ansicht der Masse einer Auslieferung der Schützlinge zu; doch als dann der Philosoph Pythagoras für ihre Rettung eintrat, schlug die Stimmung um, und nahm die Bürgerschaft den Krieg für die Sicherheit der Schutzbefohlenen auf sich.

Nun rückten die Sybariten mit dreihunderttausend Mann gegen sie heran, denen die Krotoniaten nur mit einhunderttausend entgegentreten konnten; ihr Anführer war der Athlet Milon, der dank seiner gewaltigen Körperkraft [διὰ τὴν ὑπερβολὴν τῆς τοῦ σώματος ῥώμης] als erster die Feinde in die Flucht schlug.
Sechsmal war dieser Mann in den Olympischen Spielen siegreich gewesen [ἑξάκις Ὀλύμπια νενικηκώς], und da er eine seiner Körperstärke entsprechende Kraft besaß, zog er, wie es heißt, mit den olympischen Kränzen auf dem Haupt und angetan mit der Rüstung des Herakles, einer Löwenhaut und Keule in den Kampf. Und als Urheber ihres Sieges gewann er die Bewunderung seiner Mitbürger.

10 Die Krotoniaten aber wollten in ihrem Zorn keine Gefangenen machen und töteten alle Gegner, die ihnen auf der Flucht in die Hände fielen. So wurde die Mehrzahl niedergehauen[,] und die Krotoniaten plünderten die Stadt Sybaris und verwandelten sie vollständig in eine Einöde.

Das war die Zerstörung der Stadt Sybaris von 510 v.u.Z.
 
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