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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Alexandria am Adonisfest #1 (501 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 10.09.2020 um 13:57 Uhr (Zitieren)
Theokrit (vor 300 - nach 260 v.u.Z.) hat es uns in seinem Gedicht "Die Syrkuserinnen am Adonisfest" geschildert.
[...]
PRAXINOA: Nun setze dich, Gorgo.

GORGO: Ach, ich hilfloses Wesen! Kaum, o Praxinoa, konnte
Ich mein Leben euch retten bei so viel Menschen und Wagen.
Nichts als genagelte Schuhe und überall Männer in Festtracht.
Endlos ist auch der Weg, und du wohnst auch immer entfernter.

PRAXINOA: Freilich, so ist er der Narr. Ans Ende der Welt mußt‘ er ziehen,
Nahm dies Loch, nicht ein Haus, damit wir nur beide nicht Nachbarn
Würden – aus Trotz, der neidische Kerl der, immer derselbe.
[...]

GORGO: Gradso ist meiner; denn alles vertut er, mein Diokleides.
Sieben Drachmen für Hundshaare bloß, Gezupf alter Bälge,
Fünf solche Vliese zahlte er gestern, nur Dreck, nichts als Arbeit.
Los aber, ziehe den Mantel an und das Kleid mit den Spangen!
Auf zum Palast unsres reichen Königs und Herrn Ptolemaios,
Um den Adonis zu sehen; die Königin, höre ich, bietet
Dort etwas Schönes.

PRAXINOA: Reich ist im Hause des Reichen ja alles.
[ἐν ὀλβίω ὄλβια πάντα.]

GORGO: Was du gesehn hast, kannst du andern erzählen, die nichts sahn.
Zeit wohl wär es zu gehen.
[...]

PRAXINOA: Bringe mir Mantel und Strohhut! Und ziehe mich an, wie es schicklich!
Du kommst nicht mit, mein Kind. Huhu, da sind Pferde, die beißen.
Weine soviel du nur willst; doch ein Krüppel sollst du nicht werden.
[δάκρυ‘ ὅσσα θέλεις, χωλὸν δ‘ οὐ δεῖ τυ γενέσθαι.]
Gehen wir! Phrygia, nimm du den Kleinen, um mit ihm zu spielen,
Rufe den Hund auch herein und sodann verschließe die Haustür!

(Auf der Straße)

Götter, welch ein Gewimmel! Wie Ameisen, zahllos und endlos.
Wie und wann wird es möglich, durch dieses Gedränge zu kommen?
[ὦ θεοί, ὅσσος ὄχλος. πῶς καὶ πόκα τοῦτο περᾶσαι
χρὴ τό κακόν; μύρμακες ἀνάριθμοι καὶ ἄμετροι.]
Wahrlich, es ward viel Gutes getan von dir, Ptolemaios,
Seit bei Unsterblichen weilet dein Vater. Es schaden uns nicht mehr
Räuber auf offener Straße, die listig uns nahn auf Ägyptisch,
Wie einst Leute es trieben, durch Lug und Trug sich verbunden,
Alle sich gleichend, gefährliche Gauner, Bande verfluchte.
[ἀλλάλοις ὁμαλοί, κακὰ παίγνια, πάντες ἀραῖοι.]
Beste Gorgo, was soll aus uns werden? Sieh, die Parade-
pferde des Königs! Ach, lieber Mann, mich doch bloß nicht zertreten!
Hoch stieg eben der Fuchs; wie wild er ist, schau nur! Verwegne
Eunoa, willst du nicht fliehen? Den Knecht, der ihn führt, wird er töten.
Welch unendlicher Segen, daß mir der Kleine daheim blieb!

GORGO: Mut, Praxinoa, sind wir ja doch schon an ihnen vorüber,
Die aber zogen zum Rennplatz.

PRAXINOA: Ja, ich erhole mich selbst schon.
Pferde und schaurige Schlangen, die fürcht ich von Kind an am meisten.
Eilen wir uns! Eine riesige Menge strömt uns entgegen.

Der erwähnte Ptolemaios, zu dessen Zeit das geschilderte Fest stattfand, ist Ptolemaios II. Philadelphos (reg. reg. 284 – 246 v.u.Z.).
 
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