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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Ein seltsamer Gott (458 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 01.09.2020 um 14:29 Uhr (Zitieren)
Als erster Grieche verlangte Alexander der Große in einem Erlaß seine Verehrung als Gott bereits zu Lebzeiten. Die Kommentare vieler Griechen fielen – teils bewußt, teils unbewußt – ironisch aus:
1.
Δᾶμις πρὸς τὰ ἐπισταλέντα παρὰ τοῦ Ἀλεξάνδρου θεὸν εἶναι ψηφίσασθαι, „συγχοροῦμεν,“ ἔφη, „Ἀλεξάνδρῳ, ἐὰν θέλῃ, θεὸς καλεῖσθαι.“

[Der Spartaner] Damis, with reference to the instructions sent from Alexander that they should pass a formal vote deifying him, said, “We concede to Alexander that, if he so wishes, he may be called a god.”

(Plutarch: Moralia 219e)
2.
Über seinen [sc. des Kallisthenes] Widerstand wegen der Proskynese aber wird folgendes berichtet: Alexander, Sophisten sowie die vornehmsten Meder und Perser seiner Umgebung hätten sich verabredet, beim Gelage diese Frage anzuschneiden. So begann denn Anaxarchos damit, Alexander müsse mit viel mehr Recht Gott genannt werden als Dionysos und Herakles, und zwar weniger wegen Zahl und Größe seiner Taten als deshalb, weil Dionysos ein Thebaner sei, der mit den Makedonen an sich nichts zu tun habe, Herakles hingegen ein Argiver, der nur durch familiäre Bande mit Alexander zusammenhänge, denn Alexander sei bekanntlich Heraklide. Und so sei es eigentlich billiger, wenn die Makedonen ihren eigenen König als Gott ehrten. Denn es gebe schon daran keinen Zweifel, daß man ihn nach seinem Tod als Gott verehren werde, wieviel richtiger sei es dann, ihn schon im Leben als Gott zu verehren: Sei er erst einmal tot, habe er nichts mehr davon [τελευτήσαντα ἐς οὐδὲ ὄφελος τῷ τιμωμένῳ].

(Arrian: Anabasis IV 10, 5-7)

Der Abderit Anaxarchos begleitete Alexander auf seinem Feldzug. Die Idee, daß auch Götter sterben müssen, geht dann wohl auf ihn zurück.
 
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