Ehemals war es das erste Gesetz der Gastfreundschaft, dem Besucher ein Bad zu bereiten. Schon Circe suchte Odysseus durch Bäder aufzuheitern; Andromache bereitete ihrem Hektor ein Bad, und Herkules, der Gott der Stärke, war auch ein Gott der Bäder, und zwar der warmen, die unsere Ärzte so lange verleumdeten. Die Sage von Medea, daß sie alte Leute gekocht und so verjüngt habe, deutet auf warme Bäder; kalte dagegen liebte die Tochter Pharaos – und so fand sie den Moses, der sie vielleicht sogar näher anging ... Hörte man im Altertum und Mittelalter je etwas von Nervenkrankheiten, Gicht oder Brüchen?
(a.a.O., S. 52 f.)
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Bis zu den Grenzen des weiten Römerreiches finden wir neben Kastellen die Badestuben. Allein in der Hauptstadt gab es 22 warme und 586 kalte öffentliche Bäder neben 880 Privatbädern. Unsere berühmtesten Bäder nehmen sich gegen die Thermen wie ein Kleinstadttheater gegen das Kolosseum aus. In unsren Badewannen hätte schon ein stattlicher Aal Mühe, sich umzuwenden, und man könnte oft fragen: „Sollen hier Menschen gebadet oder Schweine gebrüht werden?“
(a.a.O., S. 53)
In einem der Bäder des Titus steht angeschrieben: „Der soll die zwölf Götter zum Feind haben, der diesen Ort verunreinigt!“, und die Inschrift des Antonin [Caracalla] verdiente mit goldenen Buchstaben in allen unseren Badeorten ange-schrieben zu werden: „Frei von Sorgen betritt diesen Ort, damit du ihn frei von Krankheit wieder verlassen kannst. Wer Sorgen hegt, wird nicht geheilt.“
(a.a.O., S. 53 f.)
[...] die Kirchenväter – mögen sie noch so komisch sein, wenn sie philosophieren – erscheinen ehrwürdig, wenn sie moralisieren.
(a.a.O., S. 54 f.)
Schon Konstantin – den man einmal aufhören sollte, den Großen zu nennen – hatte eine Vielzahl von Hofchargen. Sein Heer von Höflingen teilte sich in vier Klassen: Illustres, Spectabiles, Clarissimi und Perfectissimi; dazu kamen noch 150 Secretarii und 30 Silentarii, wenn der Große Rat Ruhe um sich haben wollte.
(a.a.O., S. 58)
Diogenes rief, als eine Maus von seinem Brot fraß: „Ich bin reich, ich habe Schmarotzer!“
(a.a.O., S. 66 f.)