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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Die Zannanza-Affäre und die Pest #2 (539 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 20.08.2020 um 00:00 Uhr (Zitieren)
Unglücklicherweise erhielt Šuppiluliuma einige Wochen später die traurige Nachricht, daß die Reisegesellschaft unterwegs überfallen und Zannanza ermordet worden war. Die Täter waren entkommen, ohne identifiziert werden zu können.

In Muršilis Bericht heißt es dazu:

„Als mein Vater [Šuppiluliuma] vom Mord an Zannanza hörte, fing er an, um Zannanza zu jammern und sprach zu den Göttern: ‚O Götter! Ich habe nichts Böses getan, dennoch haben die Ägypter mir dies angetan! Und sie haben die Grenze meines Landes angegriffen!‘“

Šuppiluliuma dachte wohl, ähnlich wie die Forscher heute, zunächst: cui bono? Wem kommt diese Tat zugute? Er ist verdächtig! Wer war überhaupt diese verwitwete Königin? In Betracht kommen Nofretete, die Witwe Echnatons, und Anchesenamun, die Witwe Tutanchamuns. Daß sie keine Söhne hatte, verweist auf Anchesenamun; und weiterhin läßt der Umstand, daß sie einen Ägypter namens Eje heiratete, der dadurch Pharao wurde, an eine mögliche Intrige ebendieses Eje denken, der selbst diejenige Stellung einzunehmen strebte, die dem Zannanza zugedacht war.

Šuppiluliuma jedenfalls wertete den Mord als Angriff Ägyptens auf sein Reich, schwor Rache für den Tod seines Sohnes und plante einen Angriff auf die ägyptischen Besitzungen im südlichen Syrien. Eje warnte ihn davor in einem – teilweise erhaltenen – Briefwechsel, aber die Kriegserklä-rung erfolgte dennoch.

Die hethitische Armee eroberte zahlreiche Städte und brachte neben Tausenden von Gefangenen, darunter viele ägyptische Soldaten, auch als unerwünschten Nebeneffekt eine tödliche Seuche mit ins Reich der Hethiter. Kurze Zeit später, um 1322 v.u.Z., starb Šuppiluliuma nach dreißigjähriger Herrschaft an der Seuche.
Muršili II. bewertet dies in seinen „Pestgebeten“ so:

„Aber jetzt habt ihr, o Götter, endlich Rache an meinem Vater für diesen Vorfall um Tudhalija den Jüngeren genommen. Mein Vater [starb] wegen des Blutes Tudhalijas, und die Prinzen, die Adligen, die Kommandeure von Tausenden und die Offiziere, die zu meinem Vater überliefen, auch sie starben deswegen. Die gleiche Sache kam auch über das Land Ḫatti, und die Bevölkerung des Landes Ḫatti begann deswegen dezimiert zu werden.“

In seiner Sicht hatten die Götter sich 30 Jahre lang Zeit gelassen für ihre Strafe, der ein Vater, sein Sohn und sein Volk zum Opfer fielen.

(Bezug auf: Eric H. Cline: 1177 v. Chr. – Der erste Untergang der Zivilisation. Darmstadt 2015, S. 106-112(
 
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