Wir befinden uns im 14. Jhdt.
v.u.Z.
Der König Šuttarna von Mitanni hat dem Pharao Amenophis III. seine Tochter Keluḫepa als Gemahlin geschickt, um ein gutes Verhältnis zu Ägypten herzustellen. Sein Sohn und Nachfolger, Tušratta, der Bruder der Keluḫepa, schickte später eine seiner eigenen Töchter, Taduḫepa, dem Amenophis III. als weitere Gattin. Damit war Tušratta zugleich Schwager und Schwiegervater Amenophis‘ III.
Sein Sohn, Amenophis IV. = Echnaton, hat nach dem Tode seines Vaters dessen Ehefrau Taduḫepa zur eigenen Frau genommen oder geerbt, wodurch Tušratta zum Schwiegervater des Sohnes seines Schwiegersohnes wurde.
Natürlich haben wir es nicht in einem monogamen System zu tun, d.h. die jeweiligen Frauen hatten ihre Stellung mit anderen zu teilen. Wurden sie überhaupt nach ihrer Meinung gefragt? Dafür gibt es keine Anhaltspunkte.
(Bezug auf Eric H. Cline: 1177 v. Chr. – Der erste Untergang der Zivilisation. Darmstadt 2015, S. 92-94)