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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Die milde Despotin (641 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 15.08.2020 um 00:04 Uhr (Zitieren)
Wenn du dich brüstest, du folgtest gewiß nicht dem Wort eines Weibes,
redest du dummes Geschwätz. Glaubst du, du wärest von Holz
oder von Stein, wie es heißt? Was den meisten, ja allen verhängt ist,
trifft wohl auch dich: du stehst unter der Fuchtel der Frau.
[καὶ σὺ γυναικοκρατῇ]
Meinst du: „Mich schlägt kein Pantoffel; ich brauche nicht, ohne zu mucksen,
auf die entfesselte Wut einer Megäre zu sehn“,
sag ich: Dein Fronen ist leichter; du bist der Leibeigene einer
milden Despotin; zur Qual macht sie das Leben dir nicht.
[δουλεύειν σε λέγω μετριώτερον, εἴ γε πέπρασαι
σώφρονι δεσποίνῃ μηδὲ λίαν χαλεπῇ]

(Palladas: Anthologia Graeca X 55)
Re: Die milde Despotin
Mitleser schrieb am 15.08.2020 um 11:51 Uhr (Zitieren)
Dann hätte der Altphiloge Nietzsche richtiger
schreiben sollen:

Wenn du zum Manne gehst, vergiss die Peitsche nicht!

Wer denkt da nicht an die "Sexpeitsche" in
Aristophanes' "Lysistrate"?
Re: Die milde Despotin
Mitleser schrieb am 15.08.2020 um 11:51 Uhr (Zitieren)
Dann hätte der Altphiloge Nietzsche richtiger
schreiben sollen:

Wenn du zum Manne gehst, vergiss die Peitsche nicht!

Wer denkt da nicht an die "Sexpeitsche" in
Aristophanes' "Lysistrate"?
Re: Die milde Despotin
Marcella schrieb am 16.08.2020 um 12:48 Uhr (Zitieren)
..oder mindestens auch an das von Themistokles überlieferte Zitat:

"Mein Sohn regiert Griechenland, denn die Athener beherrschen Griechenland, ich die Athener, meine Frau mich, und der Knabe meine Frau."

Quelle: Weber, Demokritos oder hinterlassene Papiere eines lachenden Philosophen, 12 Bde., 1832-1840 (Habe ich nicht; dem Internet sei Dank für diese Fundstelle!)
Re: Die milde Despotin
Marcella schrieb am 16.08.2020 um 12:57 Uhr (Zitieren)
Eine schön differenzierte Darstellung der Nietzsche/ Peitsche - Geschichte bietet dieser Artikel:

https://www.nzz.ch/wer-steckt-hinter-dem-rat-in-nietzsches-zarathustra-beim-gang-zu-frauen-die-peitsche-nicht-zu-vergessen-1.18079205
Re: Die milde Despotin
Γραικύλος schrieb am 17.08.2020 um 00:29 Uhr (Zitieren)
Den - tatsächlich empfehlenswerten - Karl Julius Weber habe ich in einer zweibändigen, gekürzten Ausgabe seines "Demokritos" u.d.T.: "Und so verzeiht mein spöttisch Maul". Schwäbisch Hall 1966.
Die Ausgabe erfolgte zum 200. Geburtstag "des großen deutschen Satirikers".

Ein kurzer Auszug:
[...] Wie dem auch sei: allein der Mensch lacht. Alle Tiere, alles über und unter ihm ist ernst, alles ruht um ihn, er allein ist die Unruhe. Der Mensch erscheint nur groß und wichtig, wenn wir ihn mit der Tierwelt vergleichen. Vermutlich haben die Tiere diesen Vorzug nicht erhalten, weil bei ihrer Schöpfung der Mensch noch nicht da war - und über was hätten sie dann lachen sollen? Der Mensch lacht allein und muß dabei oft genug weinen - daß er gelacht hat ... [...]

(a.a.O., Bd. 1, S. 7 f.)
 
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