Γραικύλος schrieb am 08.08.2020 um 12:41 Uhr (Zitieren)
Das Mittelalter darf laut Forschungskonsens nicht mehr finster genannt werden. Aber wenn wir einen bestimmten Maßstab (von mehreren möglichen) anlegen und uns dessen bewußt sind, was ergibt sich dann? Der Maßstab sei der religiöse Pluralismus. Ihn haben die herrschenden Kräfte im Mittelalter (Staat und Kirche) abgelehnt, ja bekämpft – zugunsten der Vorstellung von einer wahren Religion, derzufolge alle Andersgläubigen entweder Irrende oder Teufelsanhänger waren: Heiden, Ketzer, Häretiker.
Mit dem religiösen Pluralismus ist die Freiheit des Denkens und Nachdenkens über Ursprung, Sinn und Wertvorstellungen unseres Lebens verbunden.
Das ist mir wichtig, und daher erscheinen mir die Antike licht, das Mittelalter hingegen finster. Die Anerkennung und Hochschätzung mancher anderer Leistungen des Mittelalters wird dadurch nicht ausgeschlossen, auch wenn es nicht sehr vieles gibt, was nicht religiös durchtränkt ist.
Übrigens: Bewertungen abzulehnen (Verstehen statt Urteilen) impliziert ebenfalls eine Bewertung. Man kann nicht nicht bewerten.
Re: Lichte Antike, finsteres Mittelalter?
Keks schrieb am 08.08.2020 um 12:47 Uhr (Zitieren)
Nach "darf nicht" habe ich nicht mehr weitergelesen - die übliche Opfer-Rhetorik, die unterstellt, irgendeine böse Meinungsdiktatur würde Rede- und Denkverbote erteilen.
Re: Lichte Antike, finsteres Mittelalter?
Γραικύλος schrieb am 08.08.2020 um 13:01 Uhr (Zitieren)
religiös durchtränkt --> von dieser einen Religion durchtränkt
Re: Lichte Antike, finsteres Mittelalter?
Γραικύλος schrieb am 08.08.2020 um 13:10 Uhr (Zitieren)
Notabene: Das bezieht sich konret auf eine hier geführte Diskussion, in der Catherine Nixey vorgehalten wurde, am überholten Bild vom finsteren Mittelalter festzuhalten; das sei unwissenschaftlich.
Das hast du vermutlich nicht mitbekommen.