Γραικύλος schrieb am 02.08.2020 um 16:02 Uhr (Zitieren)
Interessant ist die Stellung der christlichen Kirche(n) zur Kastration - von Origines bis hin zu Kirchensängern des 19. Jhdts. im Kirchenstaat.
Die folgende Information über das christliche Byzanz war für mich neu:
(Paul Hetherington (Text) / Werner Forman (Fotos): Byzanz. Stadt des Goldes, Welt des Glaubens. Luzern 1982, S. 35)
Das Problem ist klar: Wer eine wichtige Stellung innehat, kann ein gefährlicher Rivale werden. Römische Kaiser wie Claudius haben es so gelöst, daß sie sich mit Freigelassenen als engsten Mitarbeitern umgaben. Die byzantinische Variante aber erscheint mir originell, die Vorstellung, daß Söhne vornehmer Familien aus Karriereerwägungen kastriert wurden (oder sich freiwillig kastrieren ließen?), abgründig.
Immerhin werden hier keine religiösen Motive genannt.
Re: Eunuchen in Byzanz
Marcella schrieb am 06.08.2020 um 15:57 Uhr (Zitieren)
Narses ist ein prominentes Beipiel.
Im Alten Orient schätzte man ebenfalls den Eunuchen in prominenter politischer Position. Er konnte, so die Annahme, aufgrund seiner Verfassung keinen dynastischen Ehrgeiz haben. Aber Machtinstinkt kam auch hier auf: https://de.wikipedia.org/wiki/Bagoas
Re: Eunuchen in Byzanz
Γραικύλος schrieb am 06.08.2020 um 18:40 Uhr (Zitieren)
Ach ja, der Narses, ich erinnere mich wieder.
Bagoas belegt, daß das Argument mit dem mangelnden dynastischen Ehrgeiz nur die halbe Wahrheit ist.