Tempelprostitution bei den Babyloniern (809 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 27.07.2020 um 13:53 Uhr (Zitieren)
Herodot berichtet darüber (I 199):
Ob es diesen Brauch tatsächlich so - als Pflicht für jede Frau! - gegeben hat?
Das Gilgamesch-Epos soll eine Stelle enthalten, die man als Hinweis auf kultische Prostitution verstehen kann.
Re: Tempelprostitution bei den Babyloniern
Γραικύλος schrieb am 27.07.2020 um 13:57 Uhr (Zitieren)
3 Könige 24 heißt es: "Selbst religiöse Unzucht gab es im Lande [Juda]."
Das ist immer noch weit entfernt von Herodot.
Re: Tempelprostitution bei den Babyloniern
Johannes schrieb am 27.07.2020 um 15:20 Uhr (Zitieren)
Γραικύλος schrieb am 27.07.2020 um 16:19 Uhr (Zitieren)
Hast Du 1 Kön 14, 24 mal nachgeschlagen? Ich finde da nichts.
Re: Tempelprostitution bei den Babyloniern
Marcella schrieb am 27.07.2020 um 18:06 Uhr (Zitieren)
Zum Gilgamensch-Epos:
Es ist die Fgur der Tempeldirne Schamchat, die gegen den Wilden Mann Enkidu ausgeschickt wird und ihn, je nach Lesart, schwächt, umgarnt oder zivilisiert. Jedenfalls muss sie mit ihrem Leib der gesamten Kraft Enkidus unversehrt und überaus souverän standhalten, mehrere Tage lang.
Re: Tempelprostitution bei den Babyloniern
Marcella schrieb am 27.07.2020 um 18:08 Uhr (Zitieren)
Gilgamensch-Epos > Gilgamesch-Epos
Re: Tempelprostitution bei den Babyloniern
Johannes schrieb am 27.07.2020 um 19:20 Uhr (Zitieren)
Γραικύλος schrieb am 28.07.2020 um 13:01 Uhr (Zitieren)
An Marcella:
Ja, das muß die Stelle sein. Ich werde sie mal in meiner Ausgabe nachschauen.
An Johannes:
Mein Problem ist ein doppeltes:
1. Was Du 1 Könige nennst, ist in einigen älteren Ausgaben 3 Könige - dabei werden 1 Samuel und 2 Samuel als 1 und 2 Könige gerechnet; deswegen habe ich die Stelle zunächst nicht gefunden.
2. σύνδεσμος ist in der Tat seltsam; auch der Passow ergibt keine in Richtung Tempelprostitution gehende Bedeutung. Die Vulgata schreibt: "sed et effeminati fuerunt in terra feceruntque omnes abominationes gentium quas adtrivit Dominus ante faciem filiorum Israhel." Falls das hebräische Original von einem Äquivalent zu Tempelprostitution (oder "Heiligtumsbuhlschaft") spricht, dann liegt der Fehler schon in der Septuaginta und Vulgata.
Re: Tempelprostitution bei den Babyloniern
Johannes schrieb am 28.07.2020 um 14:42 Uhr (Zitieren)
Antwort eines Hebräisch-Kundigen auf
meine Nachfrage:
Re: Tempelprostitution bei den Babyloniern
Γραικύλος schrieb am 28.07.2020 um 15:37 Uhr (Zitieren)
Danke! Als Beleg für Tempelprostitution gibt das dann freilich nichts her, oder? Schon gar nicht im Sinne Herodots.
Re: Tempelprostitution bei den Babyloniern
Marcella schrieb am 29.07.2020 um 07:56 Uhr (Zitieren)
Die Stelle im Gilgamesch-Epos bestätigt Herodot auch nicht, zumal auch nicht deutlich ist, was eine Ḫarimtum genau ist. Das ändert sich auch im Laufe der Jahrhunderte. Und so schillernd wie die Kedesche ist sie allemal.