Γραικύλος schrieb am 18.07.2020 um 15:22 Uhr (Zitieren)
Sardanapal gilt als der letzte Herrscher Assyriens, dessen Reich von den Persern erobert wurde; historisch handelt es sich wohl um den Assyrer Šamaš-šuma-ukin, der als König von Babylonien gegen seine assyrischen Verwandten kämpfte und 648 v.u.Z. von diesen besiegt wurde. Auch der Assyrerkönig Assurbanipal kommt in Betracht. Die folgende, durch das Gemälde von Delacroix berühmte Geschichte (Athenaios XII 528e-529d) ist jedenfalls legendenhaft.
Re: Der Tod des Sardanapal
Marcella schrieb am 18.07.2020 um 18:02 Uhr (Zitieren)
Der weibische, so dekadente Sardananapal ist historisch nicht greifbar. Die vermutete Gleichsetzung mit Schamasch-schuma-ukin funktioniert nicht:
Erst recht verbindet den Assurbanipal außer den Namensanklängen nichts mit diesem Lustmolch. Eher handelt es sich um eine Phantasiefigur der Griechen, die sämtliche lüsternen Klischees vom orientalischen Despoten befeuert.
Der 100 Meter hohe Scheiterhaufen, auf dem nebst den 140 Konkubinen auch 10 Millionen Talente Goldes lagen - da hat sich Ktesias aber was ausgedacht!
Re: Der Tod des Sardanapal
Γραικύλος schrieb am 18.07.2020 um 23:34 Uhr (Zitieren)
Da ist viel Phantasie im Spiel, und zwar von der besonders phantastischen Sorte.
Ich habe die dortigen Angaben so verstanden, daß dieser, falls es überhaupt eine historischen Bezugspunkt gibt, in den genannten zwei Personen liegen könnte - wobei Šamaš-šuma-ukin in seinem Palast Suizid begangen hat.
Re: Der Tod des Sardanapal
Marcella schrieb am 19.07.2020 um 05:14 Uhr (Zitieren)
Gold verbrennt nicht, es schmilzt nur. Nimmt man für das Talent irgend etwas zwischen 20 bis 30 Kilogramm an, müssten bei der Verbrennungsaktion 200 000 Tonnen Goldes geflossen sein sowie die zehnfache Masse an Silber. Das passt beim besten Willen nicht in den beschriebenen Kremationskubus.
Im übrigen, bei den alten Griechen wie heute: Sex sells.