Γραικύλος schrieb am 09.07.2020 um 12:20 Uhr (Zitieren)
Vor allem für die Völker der wärmeren Regionen liegt es nahe, die Sonne als Gott zu verehren. Was auch sonst böte sich dermaßen an wie die Sonne?
Nun sind die Wirkungen der Sonne freilich ambivalent: Licht und Wärme einerseits, Dürre andererseits.
Dennoch habe ich den Eindruck, daß die Sonne in den verschiedenen Kulturen, selbst wenn sie im Gut-böse-Schema denken, fast durchweg auf der Seite des Guten steht.
Von einer Ausnahme berichtet Pomponius Mela ("De chorographia libri tres" I 43):
Das klingt nun insgesamt etwas seltsam, doch es ist eine interessante Idee.
Re: Die böse Sonne
Platon schrieb am 09.07.2020 um 15:42 Uhr (Zitieren)
Die Frage ist, was sie sich davon versprochen haben.
Der Sonne dürfte es auch damals ziemlich egal
gewesen sein, was man von ihr hält.
Was konkret hätten sie damit bewirken wollen?
Dass dunkle Wolken aufziehen und es mehr regnet?
Der Sonne Angst machen?
Weitere Details scheint es nicht zu geben, oder?
Re: Die böse Sonne
Γραικύλος schrieb am 09.07.2020 um 16:01 Uhr (Zitieren)
Nein, mehr steht da nicht, und ich verstehe es auch nicht recht.
Nehmen wir an, ihre Reglion drückt ein Gefühl aus: Erleben wir die Sonne als etwas Segensreiches oder etwas Bedrohliches?
Nehmen wir ferner an, daß es sich um ein Wüstenvolk handelt (ultra deserta? Hm.). Die Hitze ist schwer erträglich, Pflanzen wachsen nicht - wofür der Sonne dankbar sein?
Andererseits betont Pomponius ja, daß sie kein Fleisch essen. Wovon haben sie sich dann ernährt? Gab es doch Ackerbau? Dann entfällt ein Argument gegen die Sonne. Oder haben sie Lebensmittel nur durch Handel bezogen?
Re: Die böse Sonne
Platon schrieb am 09.07.2020 um 19:00 Uhr (Zitieren)
Das klingt nach Schleiermacher.
Die Theorie steht und fällt mit der Qualität ihrer
Prämissen.
Man müsste mehr über diese Atlanten wissen.
Interessant ist der Hinweis auf ihre Traumlosigkeit.
Keine potentielle Kundschaft für Freud & Co. :)
Re: Die böse Sonne
Γραικύλος schrieb am 10.07.2020 um 11:58 Uhr (Zitieren)
Es sind nur Vermutungen. Und das mit den fehlenden Träumen erscheint mir kaum glaubhaft.
Was wissen wir über die Atlanten im Atlas-Gebirge?
Re: Die böse Sonne
Marcella schrieb am 10.07.2020 um 13:53 Uhr (Zitieren)
Nicht nur die Zuschreibung der Traumlosigkeit dürfte eine Nachricht vom Hörensagen sein. Am vage angegebene Wohnort ("ultra deserta") treiben sie Ackerbau und leben vegan ("animalibus non vescuntur"), was jenseits des Atlasgebirges gar nicht so einfach ist. Nur Datteln, das führt zur Mangelernährung.
Ein komisches Volk, diese Atlanten.