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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Das Römerreich und die bekannte Erde (489 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 06.07.2020 um 16:34 Uhr (Zitieren)
Prokop gibt in seinen "Vandalenkriegen" (I 4-13) den Kenntnisstand des 6. Jhdts. u.Z. wieder:
Der Ozean umschließt ringsum die Erde [Περιλαμβάνει μὲν κύκλῳ τὴν γῆν ὠκεανὸς], ob ganz oder nur zum größeren Teil, darüber sind wir noch nicht sicher unterrichtet. Ein Ausfluß davon, der im Westen eindringt und von Gadeira angefangen bis zur Mäotischen See reichend, dieses Meer bildet, teilt jedenfalls die Erde in zwei Kontinente. Von ihnen heißt der eine – rechter Hand bei Einfahrt ins Meer – bis zur Mäotischen See hin Asien, und zwar von Gadeira und der einen Säule des Herakles an. Septon [Σέπτον] nennen die Einheimischen die dortige Festung, weil sich daselbst sieben Hügel erheben; septon [septem] ist nämlich die lateinische Bezeichnung für „sieben“. Das gesamte gegenüberliegende Land aber empfing den Namen Europa.

Nur etwa 84 Stadien trennt die dortige Meerenge die beiden Erdteile, worauf sie sich bis zum Hellespont hin durch weite Wasserflächen voneinander entfernen. Hier laufen sie nämlich bei Sostos und Abydos wieder zusammen, und dann noch einmal bei Byzanz und Kalchedon bis zu den schon in grauer Vorzeit sogenannten dunklen Felsen [κυανέων λεγομένων πετρῶν], wo jetzt auch die Bezeichnung Hieron verwendet wird. An diesen Stellen beträgt ja der gegenseitige Abstand nur zehn Stadien und noch weniger.

Wenn man sich von der einen Säule des Herakles der Meeresküste entlang bis zur anderen begibt und dabei nicht den Jonischen Busen und das sog. Schwarze Meer umwandert, sondern von Kalchedon nach Byzanz und von Dryus zum gegenüberliegenden Festland übersetzt, benötigt ein rüstiger Mann 285 Tage. Es wäre nämlich unmöglich, die gesamte Umgebung des Schwarzen Meeres, das von Byzanz bis zur Mäotischen See reicht, genau auszumachen, da die jenseits des Isterflusses – er heißt auch Donau [ὃν καὶ Δανούβιον καλοῦσι] – wohnenden Barbaren den Römern fast völlig den Zugang zur dortigen Küste verwehren. Nur so viel ist bekannt, daß die Entfernung von Byzanz bis zu den Istermündungen zweiundzwanzig Tagereisen beträgt, die man bei einer Berechnung Europas hinzuzählen muß.

Was den asiatischen Teil betrifft, etwa von Kalchedon bis zum Flusse Phasis, der aus dem Kolcherland ins Schwarze Meer fließt, so umfaßt der Weg vierzig Tagereisen. Daher erstreckt sich das ganze römische Gebiet, wenn man dem Meere entlang geht, 347 Tagereisen; man muß freilich, wie gesagt, den Jonischen Busen, dessen Breite ungefähr achthundert Stadien ausmacht, von Dryus aus überqueren. Die Überfahrt bean-sprucht nämlich mindestens vier Tage. So groß war in alter Zeit das Römerreich.

(Prokop: Vandalenkriege. Hrsg. v. Otto Veh. München 1971 (= Prokop, Werke IV), S. 6-9)

Afrika taucht als eigener Kontinent gar nicht auf, sondern wird Asien zugerechnet, während wir heute Europa und Asien zu Eurasien verbinden.
 
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