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Palladas: Gegen die Feindesliebe (434 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 01.07.2020 um 15:42 Uhr (
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Palladas (2. Hälfte des 4. Jhdts. u.Z.) war ein heidnischer Spottdichter aus Alexandria, von dem ca. 160 Gedichte überliefert sind und der sich kritisch bis pessimistisch mit dem siegreichen Christentum auseinandergesetzt hat.
Καὶ μύρμηκι χολὴν καὶ σέμφῳ φασὶν ἐνείναι.
εἶτα χολὴν μὲν ἔχει ζῷα τὰ φαυλότατα,
ἐκκεῖσθαι δ‘ ἐμὲ πᾶσι χολὴν μὴ σχόντα κελεύεις,
ὡς μηδὲ ψιλοῖς ῥήμασιν ἀνταδικεῖν
τοὺς ἔργοις ἀδικοῦντας; ἀποφράξαντα δεήσει
λοιπὸν ὁλοσχοίνῳ τὸ στόμα μηδὲ πνέειν.
Auch eine Mücke und selbst eine Ameise, sagt man, hat Galle,
und der armseligste Wurm trägt eine Galle im Leib.
Ich aber soll ohne Galle jedwedem zum Ziele mich setzen,
mit einem Wort nicht einmal wiederum kränken den Mann,
der mich durch Taten gekränkt? Da verstopfe ich lieber in Zukunft
mir mit Binsen den Mund, bis mir der Atem vergeht.
(Anthologia Graeca X 49)
Αἰνίζειν μὲν ἄριστον, ὁ δὲ ψόγος ἔχθεος ἀρχή,
ἀλλὰ κακῶς εἰπεῖν Ἀττικόν ἐστι μέλι.
Loben ist immer das Beste, aus Tadel wächst spätere Feindschaft,
attischer Honig jedoch schlummert im beißenden Witz.
(Anthologia Graeca XI 341)