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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Multikulturelles Zusammenleben in Alexandria #1 (491 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 24.06.2020 um 18:37 Uhr (Zitieren)
Die Stadt Alexandria wurde im Jahre 331 v.u.Z. von Alexander dem Großen bei seiner Eroberung Ägyptens gegründet und nach seinem Tode von der makedonisch-griechischen Dynastie der Ptolemäer beherrscht.
[...] Das Hauptproblem, das sich für die neuen Herrscher Ägyptens stellte, lag darin, einen annehmbaren Modus vivendi für das Zusammenleben aller Bevölkerungsgruppen zu finden.

Die ‚internationale‘ Herkunft der griechischen Soldaten seit dem 3. vorchristlichen Jahrhundert bezeugen deren Gräber in den zahlreichen Katakomben der Stadt: Die Kreter sind als die wichtigste Gruppe zu nennen, aber auch Griechen aus dem Mutterland und vor allem aus Kleinasien. Mit der Eroberung durch Alexander war das griechische Element in Ägypten erheblich verstärkt worden. Im Laufe weniger Jahrzehnte wurde im Land und vor allem in Alexandria ein griechischer Überbau beschaffen, dessen Akzeptanz dadurch erleichtert wurde, daß Fremde in Gruppen von unterschiedlicher Stärke bereits lange Zeit in allen Teilen des Landes saßen. Es gab geschlossene Siedlungen in den Griechenstädten wie in Naukratis und eine starke jüdische Kolonie von Zivilisten und Soldaten in Elephantine in Südägypten.

Die Griechen blieben in der Minderzahl, aber sie kontrollierten das Heer, die Verwaltung und die Wirtschaft des Landes. In Alexandria prägten sie zwar nicht das Stadtbild, aber sie dominierten auch hier. In der Stadt wurde bald ein eigener griechischer Dialekt gesprochen; darüber schrieb in der Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr. Demetrius Ixion eine Abhandlung, die leider verloren ist. [...]

Aus heutiger Sicht ist eine rasant zunehmende Gewaltbereitschaft in der Stadt zu konstatieren, die zu dem konstanten Phänomen der [römischen] Kaiserzeit wie der Spätantike werden sollte und die von antiken Besuchern immer wieder in Einzelepisoden geschildert wird.

Das Erstarken der ägyptischen Bevölkerungsgruppe steigerte zusätzlich diese Unruhebereitschaft. Ist es Zufall, daß einer der großen medizinischen Papyri der 18. Dynastie, 1540-1295 v. Chr., der Papyrus Ebers, Heilmittel gegen Menschenbisse bewahrt? Diese Aggressivität der Ägypter wandte sich vor allem gegen die Griechen, aber in zunehmendem Maße auch gegen die immer zahlreicher werdenden römisch-italischen Einwohner.

(Manfred Clauss: Alexandria – Eine antike Weltstadt. Stuttgart 2003, S. 57 f.)
 
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