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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Schelling über Kronos (481 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 24.06.2020 um 00:00 Uhr (Zitieren)
In F. W. J. Schellings "Philosophie der Mythologie" heißt es:
In Bezug auf das Beiwort ἀγκυλομήτης, das Homeros dem Kronos gibt, sagt einer derselben [sc. der Neuplatoniker]: "Homer führt den Kronos ein, nicht als nach außen wirkend, noch einen Laut von sich gebend, sondern als der wahrhaft ἀγκυλομήτης ist, der in sich zurückgekrümmte, zurückgewendete." (Proclus in Platonis Cratyl.) Kronos wird also, wenn wir den Sinn auf unsere Weise ausdrücken, durch dieses Beiwort vorgestellt, als der die ihm gegebene Innerlichkeit nur benutzt, um sich tiefer zu verschließen, der nur egoistisch mit sich selbst beschäftigt ist, eben darum äußerlich als stumm erscheint, in sich gekehrt (dieß die Hauptsache) und gleichsam brütend über Anschlägen, wie er die Wirkung des dem freien, dem geschiedenen Leben holden Gottes zu nichte mache.

(Friedrich Wilhelm Joseph Schelling: Philosophie der Mythologie. 2 Bde. Nachdruck der aus dem handschriftlichen Nachlaß herausgegebenen Ausgabe von 1857, Darmstadt 1966; Bd. 2, S. 288 f.)
Re: Schelling über Kronos
Platon schrieb am 24.06.2020 um 14:36 Uhr (Zitieren)
Da muss ich an den homo in se curvatus von Augustinus und Luther denken.

(Homo) incurvatus in se (lat.; dt.: „der auf sich selbst verkrümmte Mensch“) ist eine prominente Formel der christlichen Theologie. Sie kennzeichnet die Selbstbezogenheit des Menschen anstelle von Gott- und Nächstenbezogenheit (Proexistenz bzw. Liebe) als das Wesen der Sünde.


Eine bedeutende Rolle spielt der Begriff in Martin Luthers Auffassung von der Sünde und der Sola fide-Lehre. Luther sieht den sündigen Menschen als in sich gekrümmtes Wesen („homo incurvatus“), das sich der göttlichen Gnade verschließt, auf die es doch angewiesen sei:
Re: Schelling über Kronos
Γραικύλος schrieb am 24.06.2020 um 15:24 Uhr (Zitieren)
Das könnte auf Schellings Deutung Einfluß genommen haben. Der Kontext ist durchaus christlich.
Danke für den Hinweis.
 
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