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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Eine Intrige gegen Caesar #1 (446 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 14.06.2020 um 15:22 Uhr (Zitieren)
Der Eunuch Potheinos war ein mächtiger Berater am Hofe der Kleopatra VII. nach ihrem Regierungsantritt. Ihm zur Seite stand der mili-tärische Befehlshaber Achillas; beide waren in den Mord an dem nach Alexandria geflüchteten Caesar-Gegner Pompeius Magnus verwickelt. Kleopatra war mit ihrem neun Jahre jüngeren Bruder und Mitregenten Ptolemaios XIII., einem Kind noch, verheiratet. Caesar hielt sich damals in Alexandria auf und knüpfte eine Beziehung zu Kleopatra.
Lucan (]Bellum civile[/i] X 344 ff.) schreibt:
Verwegen schmiedete er [sc. Potheinos] einen Plan, den freilich die Bestimmung scheitern ließ [irrita fatis]: er gedachte sich zum Morden nicht auf eine heimliche Falle zu verlassen, sondern griff in offenem Kampf einen Feldherrn an, den noch niemand hatte schlagen können. Seine Missetaten verliehen ihm solche Vermessenheit, daß er drängte, einem Caesar das Haupt abzuschlagen und ihn seinem Eidam Magnus nachzuschicken.

Er ließ nämlich durch einen treuen Sklaven folgende Botschaft an Achillas überbringen, der beim Mord an Pompejus sein Spießgesell gewesen war, an den Mann, dem der kriegsuntüchtige Knabe alle Truppen unterstellt und, ohne die ge-ringste Vollmacht zu behalten, Schwertrecht [ferrum] über alle und zugleich über sich verliehen hatte:

„Du“, so ließ er sagen, „lieg jetzt nur auf weichen Polstern und verbring behäbigen Schlaf! Kleopatra hat den Palast besetzt, und Alexandria ist nicht nur verraten, nein verschenkt [nec prodita tantum est, sed donata Pharos]. Bist du der einzige, der zum Schlafgemach der neuen Herrin hinzueilen zögert? Schamlos [impia] nimmt sie sich den eigenen Bruder zum Mann, hat ja bereits den Feldherrn aus Latium zum Mann genommen; nun läuft sie zwischen ihren Bettgenossen hin und her [interque maritos discurrens], hat Ägypten in der Hand und ersteht sich Rom [Romamque meretur]. Vermochte Kleopatra den Alten durch Hexenkünste [venenis] zu erobern, dann vertrau dem Knaben, und du bist verloren [crede, miser, puero]. Wenn ihn eine einzige Nacht mit ihr vereint hat, wenn er nur einmal seine Brust blutschänderisch von ihr umarmen ließ [et semel amplexus incesto pectore passus] und von sittenloser Leidenschaft, die sich als Geschwisterliebe ausgibt, ergriffen wurde [hauserit obscenum titulo pietatis amorem], wird er meinen Kopf wie deinen, jeden vielleicht bei einem Kuß, an sie verschenken; mit Kreuzigung oder Verbrennung [crucibus flammisque] werden wir es büßen, wenn seine Schwester ihm gefällt. Nirgends bleibt uns Beistand: hier steht Ägyptens König als Gemahl [coniunx], dort Caesar als Galan [adulter].
Wahrhaftig sind wir, daß ich es gestehe, vor dem Tribunal einer solchen Unholdin schuldig: wen von uns hält Kleopatra nicht für einen Schurken, von zwei Männern, die ihr ihre Keuschheit ließen? Ich beschwöre dich bei dem Verbrechen, das wir gemeinsam und umsonst begingen, bei der Bluttat an Pompejus, die einen Vertrag [foedus] besiegeln sollte: komm zu Hilfe, schaff durch unversehenen Aufruhr Krieg, brich los [ades, subito bellum molire tumultu, irrue]! Mit Mord wollen wir die nächtlichen Liebesfeste sprengen [nocturnas rumpamus funere taedas], unsere grausame Herrin in dem Augenblick hinschlachten, wo sie mit dem einen oder anderen Mann im Bett liegt.

Re: Eine Intrige gegen Caesar #1
Γραικύλος schrieb am 14.06.2020 um 15:23 Uhr (Zitieren)
(Bellum civile X 344 ff.)
 
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