Γραικύλος schrieb am 11.06.2020 um 23:39 Uhr (Zitieren)
Er war ein aus Nordafrika stammender Grammatiker des 4. Jhdts. u.Z., dessen großenteils erhaltenes Hauptwerk De conpendiosa doctrina in 20 Kapiteln teils linguistisch, teils nach Wortfeldern (meist alphabetisch) sortierte Begriffe vorstellt, kurz die Wortbedeutungen und grammatische Eigentümlichkeiten angibt und schließlich Belege für die Verwendung dieser Begriffe in der lateinischen Literatur zitiert. Letzteres vor allem ist interessant, weil auf diese Weise viele Zitate überliefert werden, die man sonst nicht kennt.
Ich gebe zwei Beispiele:
(1) III. DE INDISCRETIS GENERIBUS.
INCIPIT PER V LITTERAM.
[...]
VVLGUS neutro genere solum dici putant. Lucilius Satyrarum lib. XIV:
dilectum video studiose vulgus habere.
Masculion Sisenna Historiarum lib. III:
inperitum concitat vulgum
[...]
(2) XIX. DE GENERE ARMORUM.
PELTAE, scuta Amazonica. Vergilius lib. I:
ducit Amazonidum lunatis agmina peltis.
GAESA, telum Galliarum tenerum. Vergilius lib. VIII:
Alpina coruscat
gaesa manu.
Varro de Vita Populi Romani lib. III:
qui gladiis cincti sine scuto cum binis gaesis essent.[/quote]
Trocken geschrieben, mühsam zu lesen, aber für Philologen eine wichtige Quelle.
Die frühen lateinischen Dramatiker wie Ennius und Pacuvius, deren Werk sonst vollständig verloren wäre, sind überwiegend nur bei Nonius Marcellus, wenigstens in kurzen Zitaten, erhalten.
Die letzte, dreibändige Edition stammt aus dem Jahre 1903 und von Wallace M. Lindsay.
Re: Das Werk des Nonius Marcellus
Γραικύλος schrieb am 11.06.2020 um 23:39 Uhr (Zitieren)