Γραικύλος schrieb am 08.06.2020 um 11:33 Uhr (Zitieren)
Mit der folgenden Stelle des Talmud (Mischna Sota IX, 11-15) habe ich Verständnisprobleme. Ich gebe den Kontext wieder und hebe die fragliche Passage fett hervor:
Der Talmud. Ausgewählt, übersetzt und erklärt von Reinhold Meyer. München 1999, S. 188-190)
Die Zitate aus den Psalmen werden in der Ausgabe angegeben, und auch die merkwürdigen Begriffe (wie Schneidewurm und Wabenseim) werden erläutert. Kein Problem.
Aber was ist mit dem Passus über die rituellen Änderungen während des Krieges gegen Vespasian und Titus sowie während des Bar-Kochba-Aufstandes unter Hadrian gemeint?
Soll damit deutlich gemacht werden, wie streng man es damals noch genommen hat, bevor die Dekadenz einsetzte, oder sind diese kleinlichen Regeln bereits Symptom der Dekadenz? Zumindest "der letzte Krieg", also der Bar-Kochba-Aufstand, liegt ja schon nach der durch die Zerstörung des Tempels eingeleiteten Zeitenwende.
Ist also das Verbot, Griechisch zu lehren, ein Zeichen des Verfalls, oder daß man sich später nicht mehr daran hielt?