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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
ΛΕΥΚΙΟΣ ΚΟΡΝΗΛΙΟΣ ΣΥΛΛΑΣ ΕΠΑΦΡΟΔΙΤΟΣ (565 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 16.04.2020 um 16:50 Uhr (Zitieren)
So wurde L. Cornelius Sulla Felix in griechischen Inschriften genannt. Den Beinamen Ἐπαφρόδιτος, der von Aphrodite Geliebte, hat er sich zusätzlich zugelegt.

Seine Proskriptionen im Jahre 82/81 v.u.Z. nach dem Sieg über Marius bilden in ihrer Mischung von Willkür, Brutalität, Skrupellosigkeit und Besitzgier ein Novum in der römischen Geschichte.
Allein 2000 Senatoren und Ritter sind ihnen zum Opfer gefallen.
Ich gebe einige Details gemäß Plutarch (Sulla 31 f.) wieder:
Und zwar fanden die Ächtungen nicht nur in Rom statt, sondern auch in jeder Stadt Italiens, und es gab keinen Tempel der Götter, keinen gastlichen Herd, kein Vaterhaus, das rein blieb vom Blute Ermordeter; neben ihren Ehefrauen wurden Männer, bei ihren Müttern Söhne hingeschlachtet, und die aus Haß und Feindschaft umgebracht wurden, waren nur eine verschwindende Minderzahl, verglichen mit denen, die wegen Geldes ermordet wurden; ja die Mörder unterstanden sich zu sagen, dem habe sein großes Haus den Tod bereitet, dem sein Garten, einem andern seine heißen Bäder. Quintus Aurelius, ein ganz unpolitischer Mann, der nur insoweit mit den Nöten der Zeit etwas zu tun haben meinte, als er mit den Unglücklichen Mitleid hatte, kam auf den Markt und las die Liste der Geächteten. Als er da seinen Namen fand, sagte er nur: „Ich Armer! Das Landgut in den Albaner Bergen ist mein Unglück“, ging nur ein paar Schritte weiter und wurde schon von einem Verfolger niedergehauen.
32. Inzwischen gab sich Marius, als er gefangengenommen werden sollte, selbst den Tod. Sulla kam nach Praeneste und richtete zuerst Mann für Mann und bestrafte; dann ließ er, da er keine Zeit habe, alle auf einmal auf denselben Platz zusammenführen – es waren zwölftausend – und niedermachen, nur daß er seinem Gastfreund das Leben schenken wollte. Aber der erklärte ihm hochgemut, er werde niemals dem Mörder seines Vaterlandes den Dank für sein Leben schuldig sein wollen, mischte sich freiwillig unter seine Mitbürger und wurde mit ihnen erschlagen.
Das Unerhörteste aber von allem, was geschah, vollführte Lucius Catilina. Dieser hatte, ehe noch die Entscheidung gefallen war, seinen Bruder ermordet und bat nun Sulla, den Mann, als ob er noch lebte, zu ächten, und so geschah es. Um dafür Sulla seinen Dank abzustatten, ermordete er einen gewissen Marcus Marius , einen Angehörigen der Gegenpartei, überbrachte den Kopf Sulla, der auf dem Markt saß, und ging dann zu dem nahen Weihwasserkessel des Apollon, um sich die Hände abzuwaschen.

Da es für ein solches Vorgehen in der römischen Geschichte keinen Präzendenzfall gab, kann man vermuten, daß die "Vesper von Ephesos", bei der Mithradates VI. an einem Tage 80000 Römer niedermetzeln ließ, Sullas Vorbild war. Nun jedoch an den eigenen Mitbürgern vollzogen!
 
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